Abzocke in Ubud

Wir waren ja quasi schon vorgewarnt, aber dann kam doch die große Abzocke in Ubud.

Als wir den Transfer buchten für auf die Gilis zu fahren, hatte uns die Besitzerin des Homestays auch angeboten einen Tagesausflug zu machen.

Für uns war klar: nach Bali möchten wir so schnell nicht mehr wieder kommen. Und wenn, dann nur für einen Strandurlaub nach Nusa Dua. Wir hatten mehr als genug.

Die Menschen schienen auf den ersten Blick sehr freundlich, aber die Situation mit dem Vulkanausbruch und die Tatsache, dass sie alles nur nett belächelnden, anstatt mit der Wahrheit raus zu kommen, hatte uns gar nicht gefallen.

Die abendlichen Zeremonien wurden immer länger und lauter und es schien aggressiver. Natürlich haben wir kein Wort verstanden, aber wir haben es gehört. Die Balinesen selbst hatten Angst vor einem möglichen Vulkanausbruch, nur wollten sie die Touristen und ihr Geld nicht verlieren. Das ist Fakt.

Wir sind also morgens mit einem privaten Fahrer zuerst zu den Reisterrassen gefahren. Das Wetter war sehr bescheiden, aber okay.

Die Tegalalang Reisterrassen sind eines der bekanntesten Sehenswürdigkeiten, neben den unzähligen Tempeln, in Bali. Natürlich konnte man auch hier wieder eine kleine Spende hinterlassen, wenn man Fotos machen wollte. Als ob. Ich mache schon Werbung genug, wenn ich es auf meinem Blog, auf Instagram und Facebook veröffentliche. Ich finde das mehr als frech. Ich könnte es noch verstehen, wenn wirklich was gemacht werden würde, aber so wie es dort aussah, wurde nie wieder etwas gemacht. Wie überall in Bali war auch hier alles sehr stark vermüllt.

Weiter ging es dann zu einer Plantage. Unter anderem für Zimt, Bananen und Kaffee. Und nicht irgendein Kaffee, es war der bekannte Indonesische Kaffee Luwak. Es gibt eine besondere Raubkatzen Rasse, die die Kaffeefrüchte frisst und fast wieder im Ganzen ausscheidet. Die Bohnen werden dann gründlich gewaschen, von der Hülse entfernt, geröstet und gemalen. Und tata man hat den angeblich Weltbesten Kaffee.

Luwak – der beste Kaffee der Welt und ratet mal, wem er so gar nicht gemundet hat. 🙁

Wir bekamen eine kostenlose Kaffee und Teeprobe, aber für den Luwak Kaffee mussten wir umgerechnet über 5 Euro zahlen. Auf Grund der Tatsache, dass wir Reisgebäck bekamen und auch die anderen Sorten gratis testen konnten, haben wir es als nicht soooo schlimm empfunden. Man „durfte“ noch durch den Shop gehen. Zum Glück hatten wir eine gute Entschuldigung, warum wir den Kaffee nicht kaufen würden. Wir haben einfach kein Platz in unserem Rucksack und ich glaube, die Neuseeländer sehen so etwas gar nicht gerne.

Holy Spring Tempel

Die Reise ging weiter zu einem Tempel. Der Eintritt umgerechnet 1€ pro Person. Also es ging. Mal wieder nicht so viel. Das gute war, dass man die Tücher zum umbinden kostenlos bekam. Zwar waren die auch nicht sauber, aber immerhin kostenlos. Natürlich konnte man auch hier wieder etwas spenden.

Die heilige Quelle. So hieß der Tempel und die Anlage war voll mit Touristen. Nein sie war überfüllt. Es war wirklich nicht schön. Überall gerangel und geschupse und ach es war uns zu viel.

Wir wollten nichts wie raus. Und was war. Man musste 10 Minuten durch einen Markt laufen, um zum Ausgang zu gelangen. Es war so nervig. „Miss Souvenir. Cheap cheap. Good price. one hundret.“.

Die Abzocke in Ubud war aber hier noch nicht am Höhepunkt angekommen.

Wieder einmal total genervt kamen wir ins Auto. Der nächste Stopp hätte der Elefanten Tempel sein sollen, aber wir haben dankend abgelehnt. Der Fahrer war aber nett und so ziemlich der einzige, der relativ normal auf die Frage nach dem Vulkanausbruch reagiert hatte. Der Agung Vulkan ist ein Heiliger Berg für die Balinesen. Denn auch dort ist nicht nur der größte Tempel, sondern auch DER Tempel schlechthin. Der aber nur für die Gläubigen ist und nicht für Touristen. Aha, deshalb also immer dieses blöde darüber hinweg lachen.

Unser nächster Halt waren die Tegenungan Wasserfälle. Es waren wieder nur 1€ Eintritt. Aber für sich Wasserfälle anzuschauen? Himmelarschundzwirn. Wir haben uns die schönsten Wasserfälle völlig umsonst in Neuseeland angeschaut. Einer schöner als der andere. Kaum eine Menschenseele. Und hier? Hier bezahlt man für ein verdrecktes Stück Land, das einem die Tränen in die Augen schießen bei so viel Müll, der in der Natur liegt. Ein Wasserfall an dem man nicht baden durfte  (und wir wären auch nicht einmal mit den Füßen an das Wasser so haben wir uns geekelt). Es war voll mit Menschen. Man hatte nur wenige Sekunden, um ein Bild zu machen, an dem keiner durchgelaufen ist.

Wir waren angeekelt, genervt und für uns war ab diesem Tag klar: nie wieder Ubud. Die Abzocke in Ubud war somit auf dem absoluten Höhepunkt.

Für was nutzen die Menschen dort den Eintritt? Weder für eine gescheite Müllentsorgung, noch für Instandhaltung. Es war ekelhaft. Und selbst jetzt, bin ich wieder wütend darüber, was der Natur hier angetan wird. Und wie sehr man die Touristen dort ausnutzt. Vor allem bekam man wirklich überall dort, wo viele Touristen sind diese Satay Spieße. Uns war nur schlecht. Den ganzen Tag.

Der Fahrer wollte uns noch ein paar Geschäfte zeigen, in denen wir Souvenirs kaufen konnten. Da wir aber noch immer das gleiche Problem hatten und uns die Geschäfte auch überhaupt nicht gefallen hatten, sind wir wieder einmal mit leeren Händen aus den Geschäften. Wir wollten nur noch zurück zum Homestay, unsere Sachen packen und Bali hinter uns lassen.

 

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