Alle Beiträge von Miss Sandy

Chiang Rai und das Goldene Dreieck

Meine Bedingung war es, wenn wir schon in die nördlichere Region reisen, dass wir uns auch Chiang Rai und das Goldene Dreieck anschauen.

Gesagt, getan haben wir einen Tagesausflug dort hingebucht. Ursprünglich geplant war eine Übernachtung in Chiang Rai zu machen. Gott sei Dank, hatte ich mich schnell von diesem Gedanken verabschiedet. Einfach aus Bequemlichkeit.

Wir wurden morgens um 7 Uhr an der Unterkunft abgeholt. Und nach uns noch viele weitere. Ich hatte gerade zu meinem Freund gesagt, dass sich die „Reiseleitung“ ja ruhig mal hätte vorstellen können. Als wir die letzte Mitreisende abholten.

Das englisch der Reiseleitung war bombastisch…schlecht. Ihr name: Diamond. Oh mein Gott. Zuerst hatte ich Dämon verstanden- was durchaus zu ihr gepasst hätte. Aber als sie dann sagte: „yea, shine blite like a diamon“ wusste ich was sie meinte. Die Thailänder verschlucken gerne die Endungen und sie hatte noch dazu ein „R“ Problem.

Nun gut, sie erklärte uns dann den Tagesablauf für nach Chiang Rai und das Goldene Dreieck.

 Der erste Halt waren die Hot Springs. Da wir in Rotorua waren, war das für uns keine Neuheit. Aber dass sie dort Eier kochten und eben Eier in Körbchen verkauften, das war mir neu.

Danach ging es weiter zum „White Tempel“. Und wisst ihr warum der weiße Tempel, weißer Tempel genannt wird? Wegen der weißen Farbe. Wow! Uns wurde in diesem Moment klar, wir haben die beste Reiseführerin überhaupt. Mehr hatte sie auch dazu nicht erklärt. Außer dass die Toiletten dort ein Highlight sind. Und warum? Diese sind nicht weiß, sondern gold.

 

Vorneweg ist zu sagen, dass man auch in Thailand angemessen Kleidung tragen muss, um in einen Tempel gehen zu dürfen. Ich hatte mir extra dafür eine Aladdin Hose für umgerechnet 3€ geholt, wie sie hier an jeder Ecke zu kaufen gibt.

Keine Ahnung was das darstellen sollte, denn unsere tolle Reiseleitung wusste es auch nicht.

Es waren massen vor diesem Tempel. Bilder machen war eine Katastrophe. Im Tempel selbst durfte man keine Bilder machen. Aber es war wirklich atemberaubend schön. Eben ganz anders auch zu unseren Kirchen.

 

 

 

Wir haben uns dann noch die Toiletten angeschaut und die Anlage und sind dann wieder zum Treffpunkt. Denn wirklich viel Zeit hatte man nicht.
Hellboy und Gollum waren wohl auch schon da 😀 Im Hintergrund sieht man auch das stille Örtchen…

Danach gab es Lunch. Ich hatte mich gerade von der Lebensmittelvergiftung erholt und angefangen „normal“ zu essen. Und das Essen war so ekelhaft. Mir war schlecht nur vom hinsehen und ich habe einen Löffel von meinem Fried Rice probiert und habs gerade stehen lassen. Mein Freund hatte sich eine Nudelsuppe geholt, die mindestens genauso eklig war. Aber das schlimme war einfach, dass es dort zuging wie in einer Irrenanstalt. Massen die alle fressen wollten. Sorry für diesen Ausdruck, aber es gibt dafür keine bessere Beschreibung.

Die Sitzreihe vor uns, aus unserer kleinen Gruppe, kam aus Myanmar. Naja eigentlich aus New York City 😀 Sie haben dort auch nichts gegessen und haben sich einfach nur geärgert.

Weiter ging es dann zum Blue Tempel. Und jetzt kommts. Wisst ihr warum man den blauen Tempel, blauen Tempel nennt? Ja richtig, wegen der grünen Farbe. Spaß beiseite. Wir kamen uns echt veräppelt vor. Mehr gab es wieder nicht zu diesem Tempel. Außer dass er wohl recht neu ist.

Hier durfte man auch Fotos drin machen. Nicht ganz so schön wie der andere, aber trotzdem auch noch schön.

 

Es war glühend heiß und wer war natürlich nicht eingecremt? Richtig, mein Freund und ich. Da kamen Erinnerungen an Mexiko auf. Aber zum Glück waren wir die meiste Zeit irgendwo drin oder aber vor allem im Auto. Denn auch für den Blue Tempel hatten wir nur 15 Minuten maximal Zeit.

Die Fahrt dauerte dieses Mal etwas länger und der nächste Halt war das Black House. Ich erspare euch jetzt die Frage, denn wir sind aus allen Wolken gekippt als sie das wieder mit der Farbe erklärte.

Ich fand es gar nicht toll und es hat mir überhaupt nicht gefallen. Für mich war das keine Kunst. Mein Freund fand es ganz toll. Er findet aber auch Krokodilleder ganz toll. Aber keine Angst – sowas kommt mir nicht ins Haus.

Man kann sich das so vorstellen. Es soll eine Kunstausstellung sein. In dieser Kunstausstellung sieht man Gebeine eines Elefanten, Geweihe und eben keine Ahnung wieviele gehäutete Schlangen und Krokodile. Ganz toll. Kann ich gerne drauf verzichten. Und als ich dann noch das Wolfsfell mit Kopf auf dem Tisch gesehen habe, war mir schlecht und ich wollte nur noch weg. Pfui.

War aber klar, dass wir dort dann ausnahmsweise 45 Minuten Zeit hatten oder? Oder es lag vielleicht daran, dass es dort auch ein Café gab…wer weiß.

Den nächsten Halt haben wir abgelehnt. Es ging zu einem Dorf in dem die sogenannten „Long Necks“ leben. Einem Stamm die sich zig Ringe um den Hals legen und damit dann verlängern. Wir hätten dafür extra zahlen müssen und vor allem waren wir schon bedient, als wir die Gegend gesehen hatten. Die erinnerte uns zu stark an Indonesien. Überall kranke, verkrüppelte und heruntergekommene Streuner. Müll lag überall herum, es hat bestialisch gestunken und wir waren einfach bedient.

Zum Glück aber hatten wir uns am Vortag in unserem Supermarkt selbst ein Lunchpaket zusammen gestellt. Man könnte meinen, ich hätte es geahnt.

Wir blieben also im Auto. Es war heiß und das Auto musste ausgemacht werden. Das macht gar nichts so lange ich nicht da raus muss. Wir hatten uns ein Bananenbrot gekauft und dieses war in einer Papierschale. Ich hatte dann diese leere Papierschale, an der wirklich nur noch Krümel waren, in einen Müllsack geworfen. Wir fuhren los als ich sah wie ein Streuner diese Papierschale gefressen hat. Papier? Und die anderen haben zugesehen und sich darüber noch köstlich amüsiert. Mir wurde schon wieder schlecht. Warum gibt man solchen Tieren dann nicht einfach einen Gnadenstoß, wenn man sich einen Dreck drum kümmert?

Jetzt hatten wir eine Weile zu fahren. Dann kamen wir endlich am Goldenen Dreieck an. Ich war ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Früher gab es wohl auch Tagestouren, wo man nach Myanmar durfte. Aber diese haben sie vermutlich wegen des Schmuggels raus genommen. Wir sind dann dort entlang haben uns die Gegend angeschaut. Sind unter dem Elefant durchgelaufen, damit wir ein langes Leben vor uns haben und haben uns zum Glück noch ein Eis gekauft. Man nennt es das Goldene Dreieck weil hier Myanmar, Laos und Thailand aufeinander treffen und nur durch den Mekong getrennt werden.

Und nach 20 Minuten ging dann auch die Fahrt wieder zurück. Man hätte auch noch eine Bootsfahrt auf dem Mekong machen können, aber dann wäre man länger unterwegs gewesen oder wie auch immer unsere Diamond hatte auch nicht wirklich danach gefragt, also war es eh egal.

Unser Tipp: schaut bei solchen Tagesausflügen nicht unbedingt auf den Preis. Eine gescheite Reiseleitung ist Goldwert. Wir wussten nach der Tour genauso viel wie vor der Tour und mussten uns alles selbst heraussuchen. Und vor allem wurden wir mehr durch die Gegend gescheucht, als das wir uns in Ruhe die Sehenswürdigkeiten anschauen konnten. Das war wirklich sehr schade.

Wir saßen dann noch 5 Stunden in dem extrem klimatisierten Van und sind wieder nach Chiang Mai gefahren. Um kurz vor 9 waren wir wieder in der Unterkunft. Zu kaputt um noch was essen zu gehen sind wir einfach nur noch in unser Zimmer, haben die Rucksäcke fertig gepackt und ins Bett. Denn am nächsten Tag ging es früh morgens für uns weiter  nach Pattaya.

Chiang Mai

Endlich sind wir in Thailand angekommen und unser erstes Ziel war Chiang Mai.

Wir hatten uns dummerweise in Malaysia kein Geld mehr gewechselt. Wir hatten noch ein paar Indonesische Rupiah und wollten diese in Thailändische Baht umtauschen.

Gesagt getan. Immerhin hatten wir ein klitzekleines bisschen Bargeld. Wir haben uns als erstes um ein Transportmittel gekümmert. Denn hier wird man nicht von Taxifahrern überrumpelt, sondern es gibt viele kleine Ständchen an denen man sich informieren kann. Es gibt Shuttlevans, auf die man warten muss, bis genügend Leute sich dazu entschlossen haben. Aber wir hatten Glück und sind für die Hälfte des Preises zu unserer Unterkunft gebracht worden.

Wir waren noch immer total fertig von der einen Nacht am Flughafen und der eigentlich langen Anreise. Zum Glück durften wir noch etwas frühstücken und dann sind wir nur noch ins Bett gefallen.

Nachmittags wollten wir uns etwas zu essen holen, mussten aber zuerst noch Geld abheben.

BITTE BITTE! Wenn ihr nach Thailand reist – nehmt genügend Bargeld mit! Die ATM Gebühren sind super teuer!

Die ATM’s sahen alle nicht sonderlich einladend aus. Sie standen ungeschützt mitten auf der Straße. Aber so sind sie überall in Thailand, wie wir heute wissen. Das gemeine daran ist aber, dass jede Bank 220 THB zusätzlich als Gebühr verlangt. Das funktioniert so: ihr wollt 5.000 THB abheben, es werden aber nicht nur 5.000 THB abgebucht, sondern die Gebühr wird als Abbuchungsbetrag gesehen. Also wird an eure Heimatbank 5.220 THB abgebucht und dafür zahlt ihr dann noch zusätzlich den Prozentualen Betrag X oder eben die Mindestgebühr von 5 Euro oder so (das ist ja bekanntlich von Bank zu Bank unterschiedlich). Und weil wir das nicht glauben konnten, dass das jede Bank macht, haben wir sämtliche Thailändische Banken getestet. Jede Bank hat diese Gebühr.

Wir hatten aber noch immer ein paar Instantnudeln aus Indonesien und haben uns dann nur Getränke gekauft. Dafür reichte das Geld noch. Es hatte dann auch schon angefangen zu schütten. Blitz und Donner waren auch dabei. Also sind wir zurück in die Unterkunft.

An den Stadtmauern haben wir auch die Ninja Turtles gesehen 😀
Unser erster Tag in Chiang Mai war deshalb so halb zufriedenstellend. Die Geldbeschaffung hatte uns genervt, das Internet war nicht so dolle und vor allem hatten wir uns auf leckeres Thaiessen gefreut und es wurden wieder nur Instantnudeln.

Am nächsten Tag sind wir dann als erstes in eine Shoppingmall. Naja eigentlich nur, weil mein Freund etwas wegen unserer Bargeldnot herausgefunden hatte. Wir haben dort auch einen ganz tollen Supermarkt entdeckt und alles war wieder gut. Naja so halb. Wir waren wieder einmal tratschnass bis auf die Unterhose. Das Wetter in Chiang Mai war nicht sonderlich freundlich zu uns. Und die Geschäfte werden so derart heruntergekühlt, dass eine Erkältung vorprogrammiert ist.

Unser Tipp für Thailand: nehmt euren Reisepass und eure Kreditkarte und geht zu einer Bangkok Bank! Aber es muss eine Filiale sein, die ein Currency Exchange dabei stehen hat. Dort könnt ihr dann Bargeld abheben ohne diese ollen 220 THB extra zu zahlen. Wir hatten zwar keinen super Wechselkurs, aber die ANZ hat uns keinerlei Gebühren berechnet.

So, wir hatten also Geld, haben uns einen leckeren Snack gegönnt und sind dann mit unserem Einkauf zurück zur Unterkunft. Wir waren wieder glücklich. Und es wurde sogar noch besser, als wir ein richtig leckeres Thai essen gegessen hatten. Mein Freund ist wirklich super in der Recherche von Lokalen. Wir haben bisher (außer in Indonesien!) immer gut und trotzdem günstig gegessen. Aber vor allem auch Landestypisch. Und auch wenn wir bereits einige Wochen in Asien unterwegs waren, hing uns das asiatische Essen nicht zum Hals raus. Außer eben das komische Nasi Goreng aus Indonesien.

 

Gut gestärkt sind wir dann los marschiert und haben uns Chiang Mai angeschaut.

Unsere Unterkunft war direkt in der Altstadt. Man sieht auch überall noch Teile der Mauer. Wir hatten uns schon gewundert, warum es auf der Karte immer ein Quadrat ist. Die Altstadt ist wirklich ein Quadrat. Umgeben von eben diesen Mauern und einem Flussgraben.

Einige Tempel und viele Schritte später haben wir uns dann noch spontan entschieden auf den Nachtmarkt zu gehen.

Der Nachtmarkt in Chiang Mai ist riesig, sag ich euch. Und hier kann man sowohl die verrücktesten Sachen Essen, als auch Kleidung, Souvenirs etc. kaufen. Und was wir auch leider erst heute wissen und damals nicht wussten: in Chiang Mai bekommt man einfach alles viel günstiger als in anderen Orten Thailands.

Fix und fertig sind wir dann irgendwann spät Abends in die Unterkunft gekommen. Eigentlich wollten wir gar nicht so lange bleiben. Denn am nächsten Tag haben wir einen Tagesausflug nach Chiang Rai und das Goldene Dreieck gebucht.

Eine Nacht am Flughafen

Der Tag war endlich gekommen und wir konnten Lombok hinter uns lassen.

Es war der erste Tag an dem das Essen drin blieb und ich keine Krämpfe mehr hatte. Iberogast und die Matschbananas haben ihre Arbeit geleistet. Dazu gab es immer noch den künstlichen Orangensaft mit Salz gemischt. Ich war so glücklich. Ich hatte wirklich Angst vor dem Flug und der Tatsache, dass es mir so schlecht ging.

Wir wurden früh morgens am Hotel abgeholt. Ein letztes Frühstück, ein letztes Mal Bananapancakes in Indonesien. Halleluja. Aber wir hatten eine Nacht am Flughafen zu überstehen.

Das schönste an unserem Indonesienaufenthalt war definitiv der Flug von Lombok nach Kuala Lumpur. Wir sind über die Gili Inseln geflogen, an Bali und seinem ollen Vulkan Agung vorbei und einfach nur über ein wunderschönes Meer. Der Flug war wirklich traumhaft, wie aus dem Bilderbuch.

 

 

In Kuala Lumpur hingegen hatte es geschüttet wie aus Kübel und es war grau.

Weniger schön, aber wir wollten eh die eine Nacht am Flughafen bleiben und nicht raus gehen. Die Fahrerei wäre einfach zu lang gewesen. Und auch wenn es nur ein paar Euros sind für in die Stadt zu fahren und wieder zurück, es sind ein paar Euros die einfach nicht sein mussten.

Wir haben uns als erstes KfC gegönnt, einfach weil es in Malaysia echt gut schmeckt und von Nasi Goreng & Co. hatten wir so die Schnauze voll.
Dieser „Teppich“ wurde aus Reiskörnern angefertigt

Nach unserem kleinen Snack sind wir durch die Shoppingmall gebummelt und haben uns den Flughafen genauer angeschaut. Man kann in KLIA2 so viel machen. Aber Schlafplätze sind wirklich eine Fehlanzeige. Wir hatten bei der Ankunft damals das Capsule Hotel gesehen und das wollte ich die ganze Zeit schon mal ausprobieren. Aber diese Preise dort gehen nach Stunden und sind außerirdisch. Also haben wir es gelassen.

Die Zeit ging recht schnell rum. Blöd war nur, dass man das Gepäck nicht abgeben konnte, wir mussten bis drei Stunden vor Abflug warten. Oh man.

Wir haben in einer Spielecke ein paar Körbe geschmissen und andere Kinderspiele gespielt. Und das umgerechnet für ein paar Cent. Leider hatte die Anzeige nicht ganz funktioniert, aber eins steht fest: mein Freund und ich müssen das ganz dringend noch einmal wiederholen. Denn ich habe gefühlt mehr Körbe geworfen. 😀

Die Geschäfte machten nach und nach zu und für uns war es auch schon wieder Zeit, auf Futtersuche zu gehen. Dieses Mal Mc Donalds. Ja wir haben uns super gesund ernährt, die eine Nacht am Flughafen. Aber wisst ihr wie gut so ein Burger schmeckt, wenn man zweieinhalb Wochen gar kein Fleisch gegessen hat? Der Wahnsinn sag ich euch.

Dann kamen die letzten drei Stunden. Die haben sich gezogen wie Gummi. Wir waren müde und nirgends konnte man sich hinlegen oder hinsetzen. Alles war belegt. So toll der Flughafen KLIA 2 auch ist mit seiner Shoppingmall, den Restaurants etc., aber es mangelnd definitiv an Sitzplätzen.

Es war so weit und die eine Nacht am Flughafen neigte sich dem Ende zu. Wir durften endlich einchecken. Wir sind direkt durch die Sicherheitskontrolle in der Hoffnung, dass es dort Liegeplätze oder wenigstens mehr Sitzplätze gab. Fehlanzeige. Auch der Zeitvertreib war nicht drin, denn alle Geschäfte waren noch geschlossen.

Wir hatten aber dennoch mal wieder Glück gehabt, denn wir waren die ersten an unserem Gate und hatten immerhin Sitzplätze. Die letzten zwei Stunden. uiuiuiui. Wir waren so geschlaucht.

Als wir dann im Flieger nach Chiang Mai saßen dauerte es keine 5 Minuten und wir waren eingeschlafen.

Wir hatten es geschafft, die eine Nacht am Flughafen war endlich überstanden. Aber warum das alles? Wir hätten auch einen späteren Flug von Lombok nach Kuala Lumpur nehmen können und somit die Zeit etwas verkürzen. Aber AirAsia ist nicht gerade die zuverlässigste Airline und wir wollten ganz sicher nicht irgendwo an einem Mini Flughafen festsitzen. Außerdem hatte es uns nur Zeit gekostet und Energie. Viel Energie. Aber kein Geld. Wir werden eine ähnliche Situation wieder haben, wenn wir zurück nach Neuseeland fliegen, aber dieses Mal über den Tag und das ist dann wesentlich angenehmer.

Schlimm, schlimmer Lombok!

Schlimm, schlimmer Lombok!

Das trifft es absolut auf den Punkt. Lombok ist für uns eindeutig die Insel der Superlative. Und garantiert nicht im positiven Sinne. Ich kann auch verstehen, wenn andere Lombok als das Inselparadies sehen, aber sicherlich nicht, wenn sie so viel schlechtes dort erlebt hätten, wie wir.

Es hatte alles damit angefangen, dass ich eine Lebensmittelvergiftung auf den Gilis mir zugezogen hatte. Natürlich schreit der Körper nicht sofort: Lebensmittelvergiftung. Es hatte alles mit der Allergie des Jahrhunderts angefangen. Ich war regelrecht ein Riesen Streuselkuchen.

Wir sind früh morgens aus dem „Hotel“ und zum Hafen. Die Tante an dem Schalter unfreundlich wie die Wutz. Aber, drauf gepfiffen, wir reisen ja eh ab. Die Touris die abreisen, die kann man ja schlecht behandeln. Es kam ein Boot an oder so. Ich sagte noch zu meinem Freund, dass wir damit sicherlich fahren werden. Er lachte und sagte nur „hoffentlich nicht“. Und was denkt ihr, wer recht hatte?

Wir mussten durch das Wasser und ins Boot klettern. Und das mit einem Rucksack und Handgepäck. Aber wir haben es geschafft. Einen richtigen Einstieg sucht man hier vergebens.

Wir haben zum Glück sogar noch einen Sitzplatz bekommen, andere durften stehen. Oh man. Die Überfahrt dauerte nicht lange.

Dann kamen wir an. Wie immer unzählige Menschen die einen anschreien, um ihr Angebot los zu werden für einen Transfer. Einer half mir vom Boot. Das Wasser war dreckig und ich war gar nicht happy. Der Typ, der mir vom Boot half, wollte, dass wir auf eine Pferdekutsche steigen. NO WAY! Nicht mit mir. Ich habe so lange hin und her diskutiert und trotzdem wollte er uns fahren. Aber als ich dann sagte, dass ich für diese Kutschfahrt kein Geld zahle, hatte er uns endlich in Ruhe gelassen. Weil eines ist ganz sicher „NO MONEY“ versteht kurioserweise jeder.

Also war ich wieder total genervt. Voller Allergie. Die Nerven blank. Ich wollte nur noch zu unserem gebuchten Transfer und ins Hotel. Mir ging es richtig schlecht. Ich hatte das Gefühl innerlich zu vertrocknen. Wir kamen dann am Café Lombok an und ein Typ hatte meinem Freund etwas ganz hektisch erzählt und ihn gebeten Platz zu nehmen. Er nahm das Ticket und auf einmal war er weg. Oh man, nicht schon wieder. Das waren meine Gedanken. Ich fragte dort die Kellnerinnen, ob sie den Mann kannten. Diese blöden Kühe haben nur dumm gelacht.

Also habe ich mich wieder hingesetzt. Mein Freund hatte Wasser geholt und mir wurde richtig übel. Die Allergie juckte wie verrückt.

Nach 15 Minuten ohne diesen Typen zu sehen, wollte ich die Mädels noch einmal fragen. Da kam aus dem hintersten Eckchen ein anderer Typ der mich direkt anfauchte. Mein Nerven waren blank und ich lasse mich von niemandem derart angehen. Kurzum wurde ich des Cafés verwiesen. Ich habe gekocht vor Wut. Aber ich wurde mir dessen bewusst, dass ich nur eine unter vielen bin und ganz sicher war die Polizei hier sehr korrupt. Und eines war sicher, ins Gefängnis wollte ich hier nicht.

Weil aber der kleine Mann mit einer Frau wie mir so gar nicht zurecht kam, musste er in sein Auto. Und als ich mit dem Typen, der mit unseren Tickets abgehauen war, gesprochen hatte, musste der andere seinen Motor voll aufdrehen und „drohte“ mich umzufahren. Angst hatte ich keine, weil ich wusste, dass dieses Würstchen einem eigentlich nur leid tun kann. Aber dafür verschwende ich keine Zeit. Der andere ist auch voll ausgerastet und wollte mich nicht mehr mitnehmen. Ich stand da und habe gekocht vor Wut, mit 30kg Gepäck auf dem Rücken, die Allergie hatte gejuckt und gebrannt wie Feuer, aber ich bin ruhig geblieben.

Zum Glück kam dann ein weiterer Mitarbeiter der mich ins Café Lombok bat. Keine hundert Zebras hätten mich da mehr rein bekommen, ich versuchte ihm zu erklären was passierte und er hatte dafür Verständnis. Wow! Ein Mensch auf Lombok, der Verständnis dafür hat? Der einem zuhört? Und der letzten Endes die Sache noch geklärt hatte? Vielen Dank. Ich habe noch Hoffnung, dass dieses Stückchen Erde vielleicht doch noch ganz gut werden könnte.

Er sagte mir dann freundlich, dass ich als Frau nicht so viel sagen dürfte auf Lombok. Bitte was???

Dieses ganze Theater war nur, weil ich als Frau etwas gesagt habe? Und das im Jahr 2017??? Oh verfluchte *PIEP* ihr könnt euch nicht vorstellen wie geladen ich war!

Schlimm, schlimmer Lombok! Aber sollte das schon das Ende der Superlative sein? Nein natürlich nicht.

Wir wurden dann in die Nähe des Hotels gefahren. Zugegeben, er wäre dort mit dem Minivan nicht hingekommen. Die Unterkunft, für die wir uns entschieden hatte lag mitten im nirgendwo. Umgeben von Müll. So eine Gegend würden wir in Deutschland Gosse schimpfen.

Das Hotel war komplett ummauert und man musste klingeln, um überhaupt hinein zu kommen. Was ein Glück.

Das Zimmer war groß und sauber. Der Polobereich war sehr einladend. Das Frühstück wurde dort zubereitet und Abendessen konnte man sich liefern lassen. Mein Freund hatte mir Hausarrest für den Tag erteilt. Aus Angst ich könnte doch noch in den Knast wandern. Weil ich als Frau meinen Mund auf mache. Pff.

Ich habe den Sonnenuntergang also wieder nur vom Hotel aus gesehen. Aber das war auch okay.

Am nächsten Tag ging die Allergie durch Lotion und Tabletten zurück, aber die Krämpfe und schmerzen ließen einfach nicht nach. Wir sind zum Supermarkt in den Ort. So schnell waren wir noch nie „einkaufen“ und wieder zurück. Wir hatten uns tatsächlich über den Dreck und die Umweltverschmutzung auf Bali geärgert? HAHAHA, wir sind auf der Indonesischen Insel der Superlative, hier sind die Leute nicht nur extrem falsch, extrem unfreundlich oder haben extreme Minderwertigkeitskomplexe, nein hier geht man noch extremer mit der Umwelt um. Man ist extrem egoistisch hier. Mülltonnen für was? Umweltschutz für was? Wir leben im hier und jetzt und das soll nicht mein Problem sein. So kommt mir die Denkweise vor.

Die Kühe, Ziegen und Hühnchen standen auf Müllweiden und haben gefressen. Die versifften und kranken Straßenhunde ebenfalls.

Kann mir bitte jemand erklären, wie man so etwas für gut empfinden kann? Machen andere Menschen an dieser Stelle einfach die Augen zu und ignorieren alles? Nein es tut mir leid, aber nach Lombok kriegt mich niemand mehr.

Für uns hatten sich der Sonnenuntergang und auch die pinken Strände erledigt. Wir haben das Hotel  bis zum Abflugtag gebucht und nicht mehr verlassen. Außer eben um zum Flughafen zu kommen.

In der selbigen Nacht noch ging es mir richtig schlecht. Ich hatte zum Glück in meiner Reiseapotheke Iberogast dabei.

Zum Frühstück hatte ich mir nur noch normale Pancakes bestellt und mir eine Banane zerdrückt. Abends zum Essen habe ich nur noch Pommes oder Knoblauchbrot gegessen. Ich dachte zuerst dass ich wieder eine Glutenallergie bekommen hatte, wegen dem ganzen Stress. Aber nachdem der Pancake mir nichts getan hatte, wusste ich, dass es die Lebensmittelvergiftung war.

Die genaue Ursache wissen wir nicht, aber es muss auf den Gilis passiert sein. So viel steht fest.

Schlimm, schlimmer Lombok! Für uns war es mit Abstand der schlimmste Stopp auf unsrer Reise bisher. Das Essen war eklig, die Umgebung war widerlich nur zum Glück war die Unterkunft gut gewesen. Wir waren aber mit dieser Unterkunft auch etwas über Budget.

Ich möchte an dieser Stelle nur eine Sache gerne klarstellen:

Ich bin eine ehrlich Haut und ich werde mich für nichts und niemandem auf der Welt verbiegen. Und auch wenn es dem ein oder anderen nicht gefällt, wir haben Indonesien so empfunden und daran lässt sich nichts rütteln. Ich hoffe, dass ihr dafür Verständnis habt, dass ich auf meinem Blog mit der knallharten Wahrheit heraus rücke. Ich bin weder eine Umweltaktivistin noch wurde ich für diese Reisen bezahlt. Aber ich bin ein Mensch mit einem gesunden Verstand und ich lebe und teile mir den Planeten Erde mit vielen Lebewesen, nicht nur Menschen. Vielleicht lebe ich auch etwas bewusster als andere, wieder andere leben noch bewusster als ich. Das streite ich nicht ab. Vielleicht haben auch andere wirklich diese Müllberge in Indonesien nicht so wahr genommen oder als derart störend empfunden, wie ich es habe. Das mag auch sein. Mich hat es ganz extrem gestört und deshalb hoffe ich, dass meine persönliche Meinung und meine persönliche Entscheidung mir nicht verübelt wird.

Es ist auch im Leben einer Miss Sandy nicht immer alles nur Friede, Freude Eierkuchen.

 

Gili Trawangan

Gili Trawangan zählt als die Partyinsel der bekannten drei Gili Inseln.

Wegen der Party hatten wir uns nicht für Gili T (Gili Trawangan) entschieden. Vielmehr weil es die größte Inseln ist und man hier eine größere Auswahl an Restaurants etc. hat. Es stand auch überall im Internet, dass man sich genügend Bargeld mitnehmen sollte, weil es kaum Geldautomaten gab. So ein quatsch. An jeder Ecke, in vielen Restaurants und und und gab es überall Geldautomaten und Wechselstuben.

Da wir noch immer unter Schock standen wegen der Unterkunft hatten wir uns auf den Weg gemacht, um nach einem netten Plätzchen für die kommenden Tage am Strand zu suchen.

Außerdem stand natürlich ganz vorne auf der Liste die Turtle Sanctuary. Die kleinen Schildis werden an den Stränden von Gili Trawangan aber auch von Lombok als Ei eingesammelt und in der Aufzuchtstation aufgepäppelt bis sie ca. 7 Monate alt sind.

Ganz toll, wie wir finden. Außerdem hatte es uns echt gefreut, dass es hier nicht nur überall Mülltonnen gab. Es hatte uns auch gefreut, dass diese auch benutzt wurden. Aber vor allem, dass sie aus altem Plastik gebastelt wurden. Beide Daumen hoch. Endlich eine Indonesische Insel die die Situation zu begreifen scheint.

Aber auch hier wurden wir wieder ständig wegen Touren etc. angesprochen. Wir haben 4 Tage die Gilis gebucht und wollten am nächsten Tag wirklich erst mal nur entspannen und nichts tun. Nach dem ganzen Vulkanausbruch hin und her auf Bali, haben wir einfach nur Ruhe gewollt.

Wir haben ein nettes Plätzchen an dem Turtle Point gefunden und somit sollten die kommenden Tage gerettet sein. Wir sind dann aber am gleichen Abend noch weiter gelaufen und haben innerhalb von zwei Stunden die ganze Insel einmal umrundet.

Für den Sonnenuntergang waren wir aber zu geschafft. Wir wollten nur noch etwas essen und wieder ins Bett. Leider.

Es sollte das Restaurant sein, indem wir auch unser Frühstück bekamen. Le petit Gili. Das Essen kam, es war okay. Immerhin bekamen wir als „Hotelgäste“ noch einen Rabatt. Wir sind dann aber doch noch einmal über den Nachtmarkt in der Hoffnung etwas leckeres zu finden. Fehlanzeige.

Am Ende unsrer Kräfte sind wir dann ins Bett und wollten einfach nur noch schlafen. Aber HEY wir sind auf DER PARTYINSEL hier wird die Nacht zum Tag gemacht. Und es war nicht der Nachtmarkt, der uns auf Trapp gehalten hat, nein es waren die Mitarbeiter der Unterkunft und des Restaurants die Halli Galli auf der Straße gemacht haben. Aber als ob das nicht genug gewesen wäre, nein mitten in der Nacht da fängt auch der Muezzin an und ruft zu den Gebeten auf. Herrlich sag ich euch. Wenn man dann gerade wieder eingeschlafen ist, dann fängt der Gute nämlich wieder an und ruft zum Morgengebet auf. Jap.

Recht früh sind wir also zum Frühstück. Das Frühstück hat dem Namen „Le petit“ mehr als alle Ehre gemacht. Satt geworden ist man davon nicht, aber krank, wie wir heute wissen.

Wir waren recht früh am Strand, haben uns einen Knautschsack mit Sonnenschirm für 1,50€ gemietet für den Tag und mein Freund ist mit seiner Schnorchelausrüstung in die weiten des Meeres. Im Laufe des Tages habe ich beobachtet wie die Tagestouren, die uns am Vortag angeboten wurden, genau an diesem Punkt anhielten. Mein Freund hatte eine Meeresschildkröte gesehen und mir ging es schon nicht mehr so gut. Also waren für uns die Ausflüge abgehakt. Denn als wir die Boote gesehen hatten, hatten wir echt keine Lust mehr. Voll, alt und abgenutzt ohne Ende.

Dementsprechend sahen alle Tage auf Gili Trawangan gleich aus. Frühstück, Strand, Abendessen, Bett, paar Stunden geschlafen mit dezenten Unterbrechungen und es ging wieder von vorne los.

Wir haben es nie geschafft den Sonnenuntergang zu sehen, weil wir meistens früh ins Bett sind, um wenigstens ein paar Stunden Schlaf zu bekommen.

Mit jedem Tag ging es mir schlechter. Aber ich dachte, dass es an etwas anderem liegen würde. An eine Lebensmittelvergiftung wollte ich nicht denken. Wir hatten doch so aufgepasst… aber leider nicht genug, wie es sich später herausstellte.

Speedboat nach Gili

Der Tag war gekommen und wir sind mit dem Speedboat nach Gili gefahren.

Unser Frühstück gab es etwas früher. Zwischen 7 Uhr und halb 8 morgens sollten wir in Ubud abgeholt werden. Meine große Sorge waren die vielen Straßenhunde in Ubud. Ob diese morgens schon herumlungerten? Oder sogar vermehrt, weil es weniger Verkehr ist?

Vollgepackt mit schönen Sachen, die das Leben schöner machen – hinein ins in Paradies Feeling. Oder so ähnlich.

Bisher hatte ich nur gutes von den Gilis gehört. Und vor allem war man dort von dem Vulkan verschont.

Wir standen wirklich keine fünf Minuten draußen, da kamen schon die ersten Straßenhunde im Rudel auf uns zu. Just in dem Moment kam auch der Transferbus. Mein Gott war ich erleichtert.

Der Bus war voll bis obenhin und die Fahrt schien unendlich. Wir sind wieder einmal durch die Straßen und in weniger touristischen Gegenden. Ich dachte ich sehe nicht richtig. Anscheinend versuchten die Balinesen ihren Müll in den Touristenstädtchen doch etwas besser in den Griff zu bekommen. Es war so vollgemüllt. Ekelhaft.

Die Nebenstraßen Balis – wunderschön nicht wahr?

Wir kamen am Hafen endlich an. Es war voll. Es war chaotisch und es war ätzend. Kein Mensch wusste was zu tun ist. Kein Mensch wollte Auskunft geben und es war wie auch bei der Anreise. Ich habe dann per Zufall gesehen, dass man sich Sticker holen musste, um dann zur Fähre zu dürfen.

Da saßen tatsächlich Menschen im Sand – ignorieren sie ihre Umgebung?

Wir sind ganz schnell dorthin gelaufen. Zum Glück. Wir haben es wie die anderen gemacht und uns durchgequetscht. Zum Glück. Wir sind noch auf das Speedboat nach Gili gekommen. Zum Glück. All die anderen, die weniger schnell und weniger Glück hatten wie wir, durften mit einem Kutter fahren.

Das Speedboat nach Gili war voll bis oben hin. Das Gepäck wurde einfach nur in eine Kammer geschmissen. Fast zwei Stunden waren wir dort. Die Ankunft auf Gili Trawangang war dann noch mal eine Runde chaotischer.

Mein Freund hatte nicht so viel Glück wie ich. Ich bin schnell mit den ganzen Taschen nach vorne Richtung Ausgang gekommen. Dann musste man an Deck auf einem ganz schmalen Pfad entlang. Und ich mit den ganzen Taschen – na toll. Zum Glück hatte mich meine Balance nicht verlassen. Das Gepäck wurde wieder einmal einfach nur in den Sand geschmissen. Eine Menschenmenge davor. Aber nicht mit unserem. Mein Freund war noch immer an Bord. Ich hatte die schwere Tasche mit Laptop etc. Mein Rucksack kam und ich ließ ihn mir direkt aufziehen. Der Typ schaute mich nur verwundert an. Mein Freund immer noch an Bord. Sein Rucksack kam. Scheiß drauf, den zieh ich jetzt auch noch an. Ich hatte vermutlich 60kg Gepäck auf mir, um mir oder auch einfach nur noch an mir. Der kleine Zwerg Sandy war kaum noch zu sehen, aber unser Gepäck wurde nicht in den Sand geschmissen oder gar geklaut.

Mit dem Speedboat nach Gili
Mein Freund lachte nur als er mich sah. Es war ja auch überhaupt nicht heiß oder so.

Wir hatten uns für eine Unterkunft in der Nähe des Hafens entschieden. Zum einen, weil wir noch einige Ausflüge nach Gili Air und Gili Meno machen wollten und zum anderen weil es auf den Gili Inseln keine motorisierten Transportmittel gibt. Und mit Pferdekutschen fahre ich nicht. Nicht, wenn die Pferde unterernährt und gequält aussehen. Und das tun sie auf den Gilis ganz extrem.

In dem „Hotel“ angekommen wurde uns schon ganz anders. Aber wir wollten ohnehin mehr am Strand sein, als in dem Zimmer. Das Frühstück war inkludiert. Es gab einen Nachtmarkt um die Ecke und das Restaurant hat 24 geöffnet. Aber es sollte noch ein richtig böses Ende nehmen hier auf Gili Trawangan. Aber lest dazu mehr im nächsten Bericht.

Abzocke in Ubud

Wir waren ja quasi schon vorgewarnt, aber dann kam doch die große Abzocke in Ubud.

Als wir den Transfer buchten für auf die Gilis zu fahren, hatte uns die Besitzerin des Homestays auch angeboten einen Tagesausflug zu machen.

Für uns war klar: nach Bali möchten wir so schnell nicht mehr wieder kommen. Und wenn, dann nur für einen Strandurlaub nach Nusa Dua. Wir hatten mehr als genug.

Die Menschen schienen auf den ersten Blick sehr freundlich, aber die Situation mit dem Vulkanausbruch und die Tatsache, dass sie alles nur nett belächelnden, anstatt mit der Wahrheit raus zu kommen, hatte uns gar nicht gefallen.

Die abendlichen Zeremonien wurden immer länger und lauter und es schien aggressiver. Natürlich haben wir kein Wort verstanden, aber wir haben es gehört. Die Balinesen selbst hatten Angst vor einem möglichen Vulkanausbruch, nur wollten sie die Touristen und ihr Geld nicht verlieren. Das ist Fakt.

Wir sind also morgens mit einem privaten Fahrer zuerst zu den Reisterrassen gefahren. Das Wetter war sehr bescheiden, aber okay.

Die Tegalalang Reisterrassen sind eines der bekanntesten Sehenswürdigkeiten, neben den unzähligen Tempeln, in Bali. Natürlich konnte man auch hier wieder eine kleine Spende hinterlassen, wenn man Fotos machen wollte. Als ob. Ich mache schon Werbung genug, wenn ich es auf meinem Blog, auf Instagram und Facebook veröffentliche. Ich finde das mehr als frech. Ich könnte es noch verstehen, wenn wirklich was gemacht werden würde, aber so wie es dort aussah, wurde nie wieder etwas gemacht. Wie überall in Bali war auch hier alles sehr stark vermüllt.

Weiter ging es dann zu einer Plantage. Unter anderem für Zimt, Bananen und Kaffee. Und nicht irgendein Kaffee, es war der bekannte Indonesische Kaffee Luwak. Es gibt eine besondere Raubkatzen Rasse, die die Kaffeefrüchte frisst und fast wieder im Ganzen ausscheidet. Die Bohnen werden dann gründlich gewaschen, von der Hülse entfernt, geröstet und gemalen. Und tata man hat den angeblich Weltbesten Kaffee.

Luwak – der beste Kaffee der Welt und ratet mal, wem er so gar nicht gemundet hat. 🙁

Wir bekamen eine kostenlose Kaffee und Teeprobe, aber für den Luwak Kaffee mussten wir umgerechnet über 5 Euro zahlen. Auf Grund der Tatsache, dass wir Reisgebäck bekamen und auch die anderen Sorten gratis testen konnten, haben wir es als nicht soooo schlimm empfunden. Man „durfte“ noch durch den Shop gehen. Zum Glück hatten wir eine gute Entschuldigung, warum wir den Kaffee nicht kaufen würden. Wir haben einfach kein Platz in unserem Rucksack und ich glaube, die Neuseeländer sehen so etwas gar nicht gerne.

Holy Spring Tempel

Die Reise ging weiter zu einem Tempel. Der Eintritt umgerechnet 1€ pro Person. Also es ging. Mal wieder nicht so viel. Das gute war, dass man die Tücher zum umbinden kostenlos bekam. Zwar waren die auch nicht sauber, aber immerhin kostenlos. Natürlich konnte man auch hier wieder etwas spenden.

Die heilige Quelle. So hieß der Tempel und die Anlage war voll mit Touristen. Nein sie war überfüllt. Es war wirklich nicht schön. Überall gerangel und geschupse und ach es war uns zu viel.

Wir wollten nichts wie raus. Und was war. Man musste 10 Minuten durch einen Markt laufen, um zum Ausgang zu gelangen. Es war so nervig. „Miss Souvenir. Cheap cheap. Good price. one hundret.“.

Die Abzocke in Ubud war aber hier noch nicht am Höhepunkt angekommen.

Wieder einmal total genervt kamen wir ins Auto. Der nächste Stopp hätte der Elefanten Tempel sein sollen, aber wir haben dankend abgelehnt. Der Fahrer war aber nett und so ziemlich der einzige, der relativ normal auf die Frage nach dem Vulkanausbruch reagiert hatte. Der Agung Vulkan ist ein Heiliger Berg für die Balinesen. Denn auch dort ist nicht nur der größte Tempel, sondern auch DER Tempel schlechthin. Der aber nur für die Gläubigen ist und nicht für Touristen. Aha, deshalb also immer dieses blöde darüber hinweg lachen.

Unser nächster Halt waren die Tegenungan Wasserfälle. Es waren wieder nur 1€ Eintritt. Aber für sich Wasserfälle anzuschauen? Himmelarschundzwirn. Wir haben uns die schönsten Wasserfälle völlig umsonst in Neuseeland angeschaut. Einer schöner als der andere. Kaum eine Menschenseele. Und hier? Hier bezahlt man für ein verdrecktes Stück Land, das einem die Tränen in die Augen schießen bei so viel Müll, der in der Natur liegt. Ein Wasserfall an dem man nicht baden durfte  (und wir wären auch nicht einmal mit den Füßen an das Wasser so haben wir uns geekelt). Es war voll mit Menschen. Man hatte nur wenige Sekunden, um ein Bild zu machen, an dem keiner durchgelaufen ist.

Wir waren angeekelt, genervt und für uns war ab diesem Tag klar: nie wieder Ubud. Die Abzocke in Ubud war somit auf dem absoluten Höhepunkt.

Für was nutzen die Menschen dort den Eintritt? Weder für eine gescheite Müllentsorgung, noch für Instandhaltung. Es war ekelhaft. Und selbst jetzt, bin ich wieder wütend darüber, was der Natur hier angetan wird. Und wie sehr man die Touristen dort ausnutzt. Vor allem bekam man wirklich überall dort, wo viele Touristen sind diese Satay Spieße. Uns war nur schlecht. Den ganzen Tag.

Der Fahrer wollte uns noch ein paar Geschäfte zeigen, in denen wir Souvenirs kaufen konnten. Da wir aber noch immer das gleiche Problem hatten und uns die Geschäfte auch überhaupt nicht gefallen hatten, sind wir wieder einmal mit leeren Händen aus den Geschäften. Wir wollten nur noch zurück zum Homestay, unsere Sachen packen und Bali hinter uns lassen.

 

Ubud

Wieder einmal durften wir die Sachen packen und mit Wayan nach Ubud fahren.

Der Besitzer hatte uns ein weiteres Mal ein unschlagbares Angebot gemacht. Er hatte zwei andere Gäste zum Flughafen gefahren und war deshalb in der Nähe von Seminyak. Da man in Ubud wesentlich günstiger einkaufen kann, hatte er uns deshalb nach Ubud gefahren und somit drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Der Verkehr war die Hölle. Und wir dachten an einem Samstagmorgen sollte nicht so viel los sein. Falsch gedacht. Jeder schien nach Ubud zu wollen.

Wir sind zwar somit ein ganz schönes Stück näher an den Vulkan Agung gefahren, waren aber trotzdem weit genug weg und in Ubud auch in Sicherheit. Denn mittlerweile gab es auch Tsunami Warnungen durch ein heftiges Unterwasserbeben.

Na ganz toll. An Land nicht sicher vor Lava und am Wasser nicht sicher vor den Wellen. Jetzt wussten wir dann auch endlich warum es die ganze Zeit und überall nur rote Flagge war.

In Ubud angekommen mussten wir durch kleine Verwinkelte Gässchen laufen, um wieder einmal in einem Homestay anzukommen. Das Zimmer war groß und wir hatten einen Balkon.

Völlig ausgehungert sind wir dann auf Futtersuche. Es hatte uns in ein Veganes Restaurant getrieben. Der Preis war vollkommen in Ordnung und wir wollten es einmal ausprobieren. Da wir auf Grund des Hundefleisch Skandals in Bali ohnehin kein Fleisch in dieser Zeit gegessen haben und uns schon vollkommen Vegetarisch ernährt hatten, wollten wir auch Vegan testen.

Und was soll ich sagen? Es hat uns überhaupt nicht geschmeckt. Die ersten Happen waren ja noch okay, aber danach. Nein danke. Für uns bitte kein veganes Essen mehr.

Zum Glück war um die Ecke ein Supermarkt indem wir uns noch ein paar Kleinigkeiten gekauft hatten. Wir sind dann wieder zurück zum Homestay. In der Zwischenzeit hatte ich ganz viele Nachrichten bekommen, wie die Situation ist wegen dem Vulkanausbruch in Bali. Wie es uns geht und wann wir weiterreisen. Es war in der Tat noch immer so, dass die ganze Welt davon berichtete und wir nichts mitbekamen.

Es war aber auch so, dass die Balinesen selbst ganz schön seltsam auf die Fragen zum Agung Vulkanausbruch reagierten. Nie bekam man eine Konkrete Antwort. Als dann die Sicherheitsstufe auf die zweithöchste hoch gestuft wurde, wurde auch uns etwas mulmig.

Im Internet haben wir dann auch gelesen, dass sehr viele jetzt auf die Gilis und nach Lombok fahren. Das war ja auch unser Plan. Es hieß auch, dass die Boote überfüllt sind und man teilweise gar keine Tickets mehr bekommt. Also haben wir schleunigst angefangen unsere Weiterreise zu planen.

Denn eines war sicher, auf Bali wollten wir nicht stranden.

 

 

Seminyak

Ein letztes Mal gab es Bananapancakes in Pandawa Beach bevor es nach Seminyak ging.

Die Portionen schienen auch von Tag zu Tag größer zu werden, was uns einerseits gefreut, aber andererseits auch geärgert hat.

Die Straßen in Bali sind wirklich einzigartig. Bescheiden. Es gibt nur wenige Länder in denen ich nicht Autofahren würde, aber es scheint, dass die Liste auf dieser Reise länger werden würde. In Malaysia waren schon viele Roller unterwegs die links und rechts überholen – aber hier. Hier gibt es gar keine Verkehrsregeln mehr. Aus zwei Spuren machen sie einfach mal fünf Spuren. Und einfach mal warten ist auch nicht, es wird kreuz und quer gefahren, damit man ja selbst das erste Auto ist. Furchtbar egoistisch.

Nun ja, wir sind dann durch einige Staus gefahren und irgendwann in Seminyak angekommen. Da die Preise für die Unterkünfte in Bali nicht so teuer sind, haben wir uns dieses Mal für ein Hotel entschieden. Es war klein und schnuckelig und eigentlich sehr hübsch gemacht.

Wir sind dann in Richtung Strand und haben einen Spaziergang dort gemacht. Einfach nur die Seele baumeln lassen. Vitamin Sea genießen und so viel davon aufsaugen wie es geht.

Der Strand in Seminyak ist schon recht dunkel. Weiter südlich in Kuta ist er eher hell.

Irgendwann bekamen wir hunger und sind in Richtung Städtchen gegangen. Und die Preise dort waren für Indonesische Verhältnisse echt Außerirdisch. Also wurden es nur Instantnudeln – denn die hatten wir schon lange nicht mehr gegessen und uns hatte einfach nichts wirklich zugesagt. Landestypisch essen war hier eine Fehlanzeige.

Unterwegs haben wir dann aber noch ein ganz tolles Eis gegessen. Es wurde ganz frisch angerichtet und gerollt. Mit dem frischen Obst war das verdammt lecker.

Am Abend sind wir dann noch einmal zum Strand um den berüchtigten Sonnenuntergang zu sehen. Leider war es etwas bewölkt, aber die Stimmung war trotzdem unbeschreiblich schön.

Wir wollten ursprünglich noch nach Uluwatu und Tanah Lot. Aber uns haben bisher die vielen Touris echt überrumpelt und die ganzen Attraktionen sind teilweise gesperrt und teilweise schlecht bewertet. Also haben wir diese typischen Touriausflüge, Touriausflüge sein lassen und einen entspannten Abend gehabt. Soweit das ging. Denn der Vulkan auf Bali hatte uns in den deutschen und neuseeländischen Nachrichten doch etwas mehr zu denken gegeben. Noch immer hat man nichts davon auf Bali gehört oder gesehen und wenn man Einheimische daraufhin angesprochen hat, wurde es nur lächelnd abgewunken. Das kam uns nach dem zweiten Mal etwas seltsam vor.

Deshalb haben wir nur noch die Unterkunft für Ubud gebucht und danach sollte unsere Balireise auch schon zu Ende sein. Wesentlich früher als ursprünglich geplant, aber naja. Den Norden wollten wir nicht mehr machen und die Vulkantour konnten wir nicht mehr machen.

Nusa Dua

Uns hatte der Strand in Pandawa überhaupt nicht gefallen und deshalb sind wir nach Nusa Dua.

Der Besitzer des Homestays hat uns wirklich faire Fahrpreise angeboten. Einen Roller mieten kam für uns deshalb nicht in Frage. Es war bequemer, einfacher und günstiger für uns mit dem Auto gefahren zu werden.

Ursprünglich wollten wir nach Nusa Dua und nicht nach Pandawa. Aber die Unterkünfte dort waren fast doppelt so teuer. Heute wissen wir auch warum. Es ist mit Abstand die schönste Gegend in Bali.

Der Strand war weniger überlaufen, aber vor allem sauber. Aber auch hier war die rote Flagge.

Mittlerweile wurde ich mehrmals über Instagram und im whatsapp angeschrieben, wie denn die Situation mit dem Vulkan sei. Was ist mit dem Vulkan? Wir mussten erst einmal googeln. Denn mitbekommen haben wir auf Bali selbst überhaupt nichts.

Bis zur Nachbarinsel konnte man sehen

Der Tag in Nusa Dua war total schnell vorbei. Wie sollte es auch anders sein. Es hatte uns dort zum ersten Mal auf Bali gefallen.

Nusa Dua

Wir haben uns dann ausnahmsweise eine Pizza gegönnt und waren durch eine Shoppingmall geschlendert. Da wir in Pandawa keinen ATM hatten, wollte ich die Chance dort nutzen und Geld abheben.

Ich habe versucht 2 Millionen abzuheben. Und die Transaktion wurde nicht durchgeführt. Ich wurde panisch und habe zu meinem Freund gesagt, dass er bitte mitgucken soll. Also habe ich wieder versucht 2 Millionen abzuheben und wir bekamen wieder kein Geld. Ich bin durchgedreht. Ab in das Nachbar Geschäft habe ich mit Händen und Füßen versucht zu erklären, was passiert sei. Die Mädels lachten nur dumm, weil sie mich nicht verstanden.

Das ging mir total auf die Nerven. Die Menschen in Asien lächeln gerne…aber in manchen Situationen scheinen sie nicht zu verstehen, dass ihr lächeln Fehl am Platz ist und man es durchaus mal falsch verstehen könnte. Ich bin wieder raus und habe zwei Männer angesprochen. Einer fing erst mal an zu lachen. Boa! Ich musste mich wirklich beherrschen.

Zum Glück hatte ich noch vor der Abreise aus Neuseeland mir die ANZ App heruntergeladen und konnte jede Transaktion kontrollieren. Ich habe die App zwar nur sehr selten geöffnet und auch meist nur, wenn ich mir sicher war, dass das Internet okay ist, aber dieses Mal war es mir egal. Ich habe Bilder von dem Automaten gemacht, bin in das kostenlose Internet und habe nachgeschaut. Zum Glück nichts.

Also sind wir zum nächsten Geldautomaten und haben dann eben nur 1,5 Millionen abgehoben. Wir sprechen hier von Indonesischen Rupiah, also nicht sonderlich viel. Aber trotzdem.

Wieder einmal genervt von den Ereignissen in Bali wurden wir dann von Wayan abgeholt und sind ins Bett. Vorher hatten wir noch die Unterkunft für Seminyak gebucht und haben mit Wayan wieder einmal einen super Preis ausgehandelt, um dort hingebracht zu werden.

Der Tag in Nusa Dua war somit auch unvergesslich. Schön, aber mit einem mega Schrecken.