Chiang Rai und das Goldene Dreieck

Meine Bedingung war es, wenn wir schon in die nördlichere Region reisen, dass wir uns auch Chiang Rai und das Goldene Dreieck anschauen.

Gesagt, getan haben wir einen Tagesausflug dort hingebucht. Ursprünglich geplant war eine Übernachtung in Chiang Rai zu machen. Gott sei Dank, hatte ich mich schnell von diesem Gedanken verabschiedet. Einfach aus Bequemlichkeit.

Wir wurden morgens um 7 Uhr an der Unterkunft abgeholt. Und nach uns noch viele weitere. Ich hatte gerade zu meinem Freund gesagt, dass sich die „Reiseleitung“ ja ruhig mal hätte vorstellen können. Als wir die letzte Mitreisende abholten.

Das englisch der Reiseleitung war bombastisch…schlecht. Ihr name: Diamond. Oh mein Gott. Zuerst hatte ich Dämon verstanden- was durchaus zu ihr gepasst hätte. Aber als sie dann sagte: „yea, shine blite like a diamon“ wusste ich was sie meinte. Die Thailänder verschlucken gerne die Endungen und sie hatte noch dazu ein „R“ Problem.

Nun gut, sie erklärte uns dann den Tagesablauf für nach Chiang Rai und das Goldene Dreieck.

 Der erste Halt waren die Hot Springs. Da wir in Rotorua waren, war das für uns keine Neuheit. Aber dass sie dort Eier kochten und eben Eier in Körbchen verkauften, das war mir neu.

Danach ging es weiter zum „White Tempel“. Und wisst ihr warum der weiße Tempel, weißer Tempel genannt wird? Wegen der weißen Farbe. Wow! Uns wurde in diesem Moment klar, wir haben die beste Reiseführerin überhaupt. Mehr hatte sie auch dazu nicht erklärt. Außer dass die Toiletten dort ein Highlight sind. Und warum? Diese sind nicht weiß, sondern gold.

 

Vorneweg ist zu sagen, dass man auch in Thailand angemessen Kleidung tragen muss, um in einen Tempel gehen zu dürfen. Ich hatte mir extra dafür eine Aladdin Hose für umgerechnet 3€ geholt, wie sie hier an jeder Ecke zu kaufen gibt.

Keine Ahnung was das darstellen sollte, denn unsere tolle Reiseleitung wusste es auch nicht.

Es waren massen vor diesem Tempel. Bilder machen war eine Katastrophe. Im Tempel selbst durfte man keine Bilder machen. Aber es war wirklich atemberaubend schön. Eben ganz anders auch zu unseren Kirchen.

 

 

 

Wir haben uns dann noch die Toiletten angeschaut und die Anlage und sind dann wieder zum Treffpunkt. Denn wirklich viel Zeit hatte man nicht.
Hellboy und Gollum waren wohl auch schon da 😀 Im Hintergrund sieht man auch das stille Örtchen…

Danach gab es Lunch. Ich hatte mich gerade von der Lebensmittelvergiftung erholt und angefangen „normal“ zu essen. Und das Essen war so ekelhaft. Mir war schlecht nur vom hinsehen und ich habe einen Löffel von meinem Fried Rice probiert und habs gerade stehen lassen. Mein Freund hatte sich eine Nudelsuppe geholt, die mindestens genauso eklig war. Aber das schlimme war einfach, dass es dort zuging wie in einer Irrenanstalt. Massen die alle fressen wollten. Sorry für diesen Ausdruck, aber es gibt dafür keine bessere Beschreibung.

Die Sitzreihe vor uns, aus unserer kleinen Gruppe, kam aus Myanmar. Naja eigentlich aus New York City 😀 Sie haben dort auch nichts gegessen und haben sich einfach nur geärgert.

Weiter ging es dann zum Blue Tempel. Und jetzt kommts. Wisst ihr warum man den blauen Tempel, blauen Tempel nennt? Ja richtig, wegen der grünen Farbe. Spaß beiseite. Wir kamen uns echt veräppelt vor. Mehr gab es wieder nicht zu diesem Tempel. Außer dass er wohl recht neu ist.

Hier durfte man auch Fotos drin machen. Nicht ganz so schön wie der andere, aber trotzdem auch noch schön.

 

Es war glühend heiß und wer war natürlich nicht eingecremt? Richtig, mein Freund und ich. Da kamen Erinnerungen an Mexiko auf. Aber zum Glück waren wir die meiste Zeit irgendwo drin oder aber vor allem im Auto. Denn auch für den Blue Tempel hatten wir nur 15 Minuten maximal Zeit.

Die Fahrt dauerte dieses Mal etwas länger und der nächste Halt war das Black House. Ich erspare euch jetzt die Frage, denn wir sind aus allen Wolken gekippt als sie das wieder mit der Farbe erklärte.

Ich fand es gar nicht toll und es hat mir überhaupt nicht gefallen. Für mich war das keine Kunst. Mein Freund fand es ganz toll. Er findet aber auch Krokodilleder ganz toll. Aber keine Angst – sowas kommt mir nicht ins Haus.

Man kann sich das so vorstellen. Es soll eine Kunstausstellung sein. In dieser Kunstausstellung sieht man Gebeine eines Elefanten, Geweihe und eben keine Ahnung wieviele gehäutete Schlangen und Krokodile. Ganz toll. Kann ich gerne drauf verzichten. Und als ich dann noch das Wolfsfell mit Kopf auf dem Tisch gesehen habe, war mir schlecht und ich wollte nur noch weg. Pfui.

War aber klar, dass wir dort dann ausnahmsweise 45 Minuten Zeit hatten oder? Oder es lag vielleicht daran, dass es dort auch ein Café gab…wer weiß.

Den nächsten Halt haben wir abgelehnt. Es ging zu einem Dorf in dem die sogenannten „Long Necks“ leben. Einem Stamm die sich zig Ringe um den Hals legen und damit dann verlängern. Wir hätten dafür extra zahlen müssen und vor allem waren wir schon bedient, als wir die Gegend gesehen hatten. Die erinnerte uns zu stark an Indonesien. Überall kranke, verkrüppelte und heruntergekommene Streuner. Müll lag überall herum, es hat bestialisch gestunken und wir waren einfach bedient.

Zum Glück aber hatten wir uns am Vortag in unserem Supermarkt selbst ein Lunchpaket zusammen gestellt. Man könnte meinen, ich hätte es geahnt.

Wir blieben also im Auto. Es war heiß und das Auto musste ausgemacht werden. Das macht gar nichts so lange ich nicht da raus muss. Wir hatten uns ein Bananenbrot gekauft und dieses war in einer Papierschale. Ich hatte dann diese leere Papierschale, an der wirklich nur noch Krümel waren, in einen Müllsack geworfen. Wir fuhren los als ich sah wie ein Streuner diese Papierschale gefressen hat. Papier? Und die anderen haben zugesehen und sich darüber noch köstlich amüsiert. Mir wurde schon wieder schlecht. Warum gibt man solchen Tieren dann nicht einfach einen Gnadenstoß, wenn man sich einen Dreck drum kümmert?

Jetzt hatten wir eine Weile zu fahren. Dann kamen wir endlich am Goldenen Dreieck an. Ich war ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Früher gab es wohl auch Tagestouren, wo man nach Myanmar durfte. Aber diese haben sie vermutlich wegen des Schmuggels raus genommen. Wir sind dann dort entlang haben uns die Gegend angeschaut. Sind unter dem Elefant durchgelaufen, damit wir ein langes Leben vor uns haben und haben uns zum Glück noch ein Eis gekauft. Man nennt es das Goldene Dreieck weil hier Myanmar, Laos und Thailand aufeinander treffen und nur durch den Mekong getrennt werden.

Und nach 20 Minuten ging dann auch die Fahrt wieder zurück. Man hätte auch noch eine Bootsfahrt auf dem Mekong machen können, aber dann wäre man länger unterwegs gewesen oder wie auch immer unsere Diamond hatte auch nicht wirklich danach gefragt, also war es eh egal.

Unser Tipp: schaut bei solchen Tagesausflügen nicht unbedingt auf den Preis. Eine gescheite Reiseleitung ist Goldwert. Wir wussten nach der Tour genauso viel wie vor der Tour und mussten uns alles selbst heraussuchen. Und vor allem wurden wir mehr durch die Gegend gescheucht, als das wir uns in Ruhe die Sehenswürdigkeiten anschauen konnten. Das war wirklich sehr schade.

Wir saßen dann noch 5 Stunden in dem extrem klimatisierten Van und sind wieder nach Chiang Mai gefahren. Um kurz vor 9 waren wir wieder in der Unterkunft. Zu kaputt um noch was essen zu gehen sind wir einfach nur noch in unser Zimmer, haben die Rucksäcke fertig gepackt und ins Bett. Denn am nächsten Tag ging es früh morgens für uns weiter  nach Pattaya.

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