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Ubud

Wieder einmal durften wir die Sachen packen und mit Wayan nach Ubud fahren.

Der Besitzer hatte uns ein weiteres Mal ein unschlagbares Angebot gemacht. Er hatte zwei andere Gäste zum Flughafen gefahren und war deshalb in der Nähe von Seminyak. Da man in Ubud wesentlich günstiger einkaufen kann, hatte er uns deshalb nach Ubud gefahren und somit drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Der Verkehr war die Hölle. Und wir dachten an einem Samstagmorgen sollte nicht so viel los sein. Falsch gedacht. Jeder schien nach Ubud zu wollen.

Wir sind zwar somit ein ganz schönes Stück näher an den Vulkan Agung gefahren, waren aber trotzdem weit genug weg und in Ubud auch in Sicherheit. Denn mittlerweile gab es auch Tsunami Warnungen durch ein heftiges Unterwasserbeben.

Na ganz toll. An Land nicht sicher vor Lava und am Wasser nicht sicher vor den Wellen. Jetzt wussten wir dann auch endlich warum es die ganze Zeit und überall nur rote Flagge war.

In Ubud angekommen mussten wir durch kleine Verwinkelte Gässchen laufen, um wieder einmal in einem Homestay anzukommen. Das Zimmer war groß und wir hatten einen Balkon.

Völlig ausgehungert sind wir dann auf Futtersuche. Es hatte uns in ein Veganes Restaurant getrieben. Der Preis war vollkommen in Ordnung und wir wollten es einmal ausprobieren. Da wir auf Grund des Hundefleisch Skandals in Bali ohnehin kein Fleisch in dieser Zeit gegessen haben und uns schon vollkommen Vegetarisch ernährt hatten, wollten wir auch Vegan testen.

Und was soll ich sagen? Es hat uns überhaupt nicht geschmeckt. Die ersten Happen waren ja noch okay, aber danach. Nein danke. Für uns bitte kein veganes Essen mehr.

Zum Glück war um die Ecke ein Supermarkt indem wir uns noch ein paar Kleinigkeiten gekauft hatten. Wir sind dann wieder zurück zum Homestay. In der Zwischenzeit hatte ich ganz viele Nachrichten bekommen, wie die Situation ist wegen dem Vulkanausbruch in Bali. Wie es uns geht und wann wir weiterreisen. Es war in der Tat noch immer so, dass die ganze Welt davon berichtete und wir nichts mitbekamen.

Es war aber auch so, dass die Balinesen selbst ganz schön seltsam auf die Fragen zum Agung Vulkanausbruch reagierten. Nie bekam man eine Konkrete Antwort. Als dann die Sicherheitsstufe auf die zweithöchste hoch gestuft wurde, wurde auch uns etwas mulmig.

Im Internet haben wir dann auch gelesen, dass sehr viele jetzt auf die Gilis und nach Lombok fahren. Das war ja auch unser Plan. Es hieß auch, dass die Boote überfüllt sind und man teilweise gar keine Tickets mehr bekommt. Also haben wir schleunigst angefangen unsere Weiterreise zu planen.

Denn eines war sicher, auf Bali wollten wir nicht stranden.

 

 

Seminyak

Ein letztes Mal gab es Bananapancakes in Pandawa Beach bevor es nach Seminyak ging.

Die Portionen schienen auch von Tag zu Tag größer zu werden, was uns einerseits gefreut, aber andererseits auch geärgert hat.

Die Straßen in Bali sind wirklich einzigartig. Bescheiden. Es gibt nur wenige Länder in denen ich nicht Autofahren würde, aber es scheint, dass die Liste auf dieser Reise länger werden würde. In Malaysia waren schon viele Roller unterwegs die links und rechts überholen – aber hier. Hier gibt es gar keine Verkehrsregeln mehr. Aus zwei Spuren machen sie einfach mal fünf Spuren. Und einfach mal warten ist auch nicht, es wird kreuz und quer gefahren, damit man ja selbst das erste Auto ist. Furchtbar egoistisch.

Nun ja, wir sind dann durch einige Staus gefahren und irgendwann in Seminyak angekommen. Da die Preise für die Unterkünfte in Bali nicht so teuer sind, haben wir uns dieses Mal für ein Hotel entschieden. Es war klein und schnuckelig und eigentlich sehr hübsch gemacht.

Wir sind dann in Richtung Strand und haben einen Spaziergang dort gemacht. Einfach nur die Seele baumeln lassen. Vitamin Sea genießen und so viel davon aufsaugen wie es geht.

Der Strand in Seminyak ist schon recht dunkel. Weiter südlich in Kuta ist er eher hell.

Irgendwann bekamen wir hunger und sind in Richtung Städtchen gegangen. Und die Preise dort waren für Indonesische Verhältnisse echt Außerirdisch. Also wurden es nur Instantnudeln – denn die hatten wir schon lange nicht mehr gegessen und uns hatte einfach nichts wirklich zugesagt. Landestypisch essen war hier eine Fehlanzeige.

Unterwegs haben wir dann aber noch ein ganz tolles Eis gegessen. Es wurde ganz frisch angerichtet und gerollt. Mit dem frischen Obst war das verdammt lecker.

Am Abend sind wir dann noch einmal zum Strand um den berüchtigten Sonnenuntergang zu sehen. Leider war es etwas bewölkt, aber die Stimmung war trotzdem unbeschreiblich schön.

Wir wollten ursprünglich noch nach Uluwatu und Tanah Lot. Aber uns haben bisher die vielen Touris echt überrumpelt und die ganzen Attraktionen sind teilweise gesperrt und teilweise schlecht bewertet. Also haben wir diese typischen Touriausflüge, Touriausflüge sein lassen und einen entspannten Abend gehabt. Soweit das ging. Denn der Vulkan auf Bali hatte uns in den deutschen und neuseeländischen Nachrichten doch etwas mehr zu denken gegeben. Noch immer hat man nichts davon auf Bali gehört oder gesehen und wenn man Einheimische daraufhin angesprochen hat, wurde es nur lächelnd abgewunken. Das kam uns nach dem zweiten Mal etwas seltsam vor.

Deshalb haben wir nur noch die Unterkunft für Ubud gebucht und danach sollte unsere Balireise auch schon zu Ende sein. Wesentlich früher als ursprünglich geplant, aber naja. Den Norden wollten wir nicht mehr machen und die Vulkantour konnten wir nicht mehr machen.

Nusa Dua

Uns hatte der Strand in Pandawa überhaupt nicht gefallen und deshalb sind wir nach Nusa Dua.

Der Besitzer des Homestays hat uns wirklich faire Fahrpreise angeboten. Einen Roller mieten kam für uns deshalb nicht in Frage. Es war bequemer, einfacher und günstiger für uns mit dem Auto gefahren zu werden.

Ursprünglich wollten wir nach Nusa Dua und nicht nach Pandawa. Aber die Unterkünfte dort waren fast doppelt so teuer. Heute wissen wir auch warum. Es ist mit Abstand die schönste Gegend in Bali.

Der Strand war weniger überlaufen, aber vor allem sauber. Aber auch hier war die rote Flagge.

Mittlerweile wurde ich mehrmals über Instagram und im whatsapp angeschrieben, wie denn die Situation mit dem Vulkan sei. Was ist mit dem Vulkan? Wir mussten erst einmal googeln. Denn mitbekommen haben wir auf Bali selbst überhaupt nichts.

Bis zur Nachbarinsel konnte man sehen

Der Tag in Nusa Dua war total schnell vorbei. Wie sollte es auch anders sein. Es hatte uns dort zum ersten Mal auf Bali gefallen.

Nusa Dua

Wir haben uns dann ausnahmsweise eine Pizza gegönnt und waren durch eine Shoppingmall geschlendert. Da wir in Pandawa keinen ATM hatten, wollte ich die Chance dort nutzen und Geld abheben.

Ich habe versucht 2 Millionen abzuheben. Und die Transaktion wurde nicht durchgeführt. Ich wurde panisch und habe zu meinem Freund gesagt, dass er bitte mitgucken soll. Also habe ich wieder versucht 2 Millionen abzuheben und wir bekamen wieder kein Geld. Ich bin durchgedreht. Ab in das Nachbar Geschäft habe ich mit Händen und Füßen versucht zu erklären, was passiert sei. Die Mädels lachten nur dumm, weil sie mich nicht verstanden.

Das ging mir total auf die Nerven. Die Menschen in Asien lächeln gerne…aber in manchen Situationen scheinen sie nicht zu verstehen, dass ihr lächeln Fehl am Platz ist und man es durchaus mal falsch verstehen könnte. Ich bin wieder raus und habe zwei Männer angesprochen. Einer fing erst mal an zu lachen. Boa! Ich musste mich wirklich beherrschen.

Zum Glück hatte ich noch vor der Abreise aus Neuseeland mir die ANZ App heruntergeladen und konnte jede Transaktion kontrollieren. Ich habe die App zwar nur sehr selten geöffnet und auch meist nur, wenn ich mir sicher war, dass das Internet okay ist, aber dieses Mal war es mir egal. Ich habe Bilder von dem Automaten gemacht, bin in das kostenlose Internet und habe nachgeschaut. Zum Glück nichts.

Also sind wir zum nächsten Geldautomaten und haben dann eben nur 1,5 Millionen abgehoben. Wir sprechen hier von Indonesischen Rupiah, also nicht sonderlich viel. Aber trotzdem.

Wieder einmal genervt von den Ereignissen in Bali wurden wir dann von Wayan abgeholt und sind ins Bett. Vorher hatten wir noch die Unterkunft für Seminyak gebucht und haben mit Wayan wieder einmal einen super Preis ausgehandelt, um dort hingebracht zu werden.

Der Tag in Nusa Dua war somit auch unvergesslich. Schön, aber mit einem mega Schrecken.

 

Raus aus der Ordnung und rein ins Chaos

Der Tag war gekommen und wir mussten Raus aus der Ordnung und rein ins Chaos.

Wir sind mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Flughafen. Das ist echt super einfach und super günstig in Singapore. Und ich würde auch behaupten die schnellste Variante. Nicht unbedingt die bequemste. Denn die Züge sind kontinuierlich brechend voll, obwohl sie alle 2 Minuten fahren.

Changi Airport ist mit Abstand der beste Flughafen, an dem ich jemals abgeflogen bin – natürlich neben Frankfurt 😛

Wir hatten absolut keine Probleme gehabt. Wir haben wie immer unser Gepäck vorher gewogen, umgepackt, haben dann unsere Bordkarten am Self-Check-In Automaten drucken lassen und auch unsere Bagtags. Da wir mit Air Asia fliegen haben wir uns für den billigsten Anbieter entschieden und Null Service.

Unser erster Flug mit dem Asean Air Pass. Ich werde hierzu einen weiteren Bericht zu Airpässen verfassen. Aber zunächst kommen die eigentlichen Länderberichte.

Wir haben an einem Automaten das Gepäck aufs Band, eingescanned und tschüss lieber Rucksack. Eine Dame stand noch dabei uns hätte uns helfen können, aber es hatte alles super funktioniert.

Gut gestärkt sind wir dann durch die Passkontrolle und hinein in den schönsten Shoppingflughafen. So tolle Geschäfte und wirklich gute Preise. Aber wir wollten uns ja nicht wieder vollstopfen, also sind wir hart geblieben.

Wer einen längeren Aufenthalt hat, ja der kann sich auch in die Liegen legen und schlafen. Oder er läuft durch die verschiedenen Grünanlagen und und und. Langweilig wird es in Changi sicherlich nicht.

An jedem Gate ist eine Sicherheitskontrolle. Das geht mega schnell, keine unnötigen schlangen und ach es war alles super. Wir haben dann nur noch unsere Wasserflaschen aufgefüllt und dann wurde auch schon geboarded.

Der Flug war super und alles war perfekt. Raus aus der Ordnung und rein ins Chaos. Jap und jetzt kommt der Chaos Teil.

Wir sind aus dem Flieger raus – Außenposition. Ein Bus kam, die ersten Passagiere sind rein. Wir standen in der prallen Sonne und mussten auf einen anderen Bus warten. locker 15 Minuten. Unglaublich. Dann kamen wir in einer Halle an und man hat überhaupt nicht verstanden, wo welche Reihe eigentlich ist und für wen diese ist. Egal, es sah überall gleich viel aus, wir stellen uns in der Mitte an.

Eine Stunde später haben wir viele an uns vorbei gehen sehen und es war in der Tat so, dass unsere Schlange einfach nicht schneller voran kam. Nach eineinhalb Stunden sind wir dann in eine andere gewechselt und dann hatte es noch eine halbe Stunde gedauert, bis wir durch waren. Also so etwas habe ich noch nicht erlebt. Obwohl die Schlange unendlich weiter ging und immer mehr Leute ankamen, haben manche Mitarbeiter einfach den Schalter zu gemacht und Feierabend gemacht. Ersatz oder Schichtwechsel schien ein Fremdwort.

Selten war ich so genervt wie bei dieser Ankunft. Der Beamte hatte mich noch nicht einmal angeschaut.

Das Gepäck wurde schon vom Band geholt, denn es hatte alles zu lange gedauert. Bei manchen wurde das Gepäck aufgebrochen. Anscheinend war das aber bei uns zu kompliziert, weil wir ein Travelcover um die Rucksäcke drum haben. Zum Glück!

Draußen angekommen sah man nur eine Menschenmasse die einem zuschrie “TAXI – MISS TAXI – SHEEP SHEEP” Also ich wurde zur Miss Taxi gewählt oder wie? Oder eher zum Schaf? Oder sollte das ein günstiges Taxi sein? 😀

Am Geldautomaten hatte uns dann eine Deutsche angesprochen, wie das mit den Taxipreisen so wäre und weil wir ungefähr unsere Strecke kannten und ihr unseren Preis sagten, wusste sie in etwa, wie weit sie runter handeln müsste. Ja nicht nur wir sind unvorbereitet mal irgendwo angekommen.

Mittlerweile war es spät und wir waren mal wieder hundemüde. Der Fahrer war aber sehr nett und hatte sich total gefreut, dass wir gerne die Musik anhaben wollten.

Es war schon fast dunkel als wir im Homestay angekommen sind. Zum Glück konnten wir aber dort auch noch etwas essen. Denn auf Erkundungstour wollten wir nicht mehr. Raus aus der Ordnung und rein ins Chaos, das trifft es für die Reise von Singapore nach Bali wirklich am Besten.