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Eine Nacht am Flughafen

Der Tag war endlich gekommen und wir konnten Lombok hinter uns lassen.

Es war der erste Tag an dem das Essen drin blieb und ich keine Krämpfe mehr hatte. Iberogast und die Matschbananas haben ihre Arbeit geleistet. Dazu gab es immer noch den künstlichen Orangensaft mit Salz gemischt. Ich war so glücklich. Ich hatte wirklich Angst vor dem Flug und der Tatsache, dass es mir so schlecht ging.

Wir wurden früh morgens am Hotel abgeholt. Ein letztes Frühstück, ein letztes Mal Bananapancakes in Indonesien. Halleluja. Aber wir hatten eine Nacht am Flughafen zu überstehen.

Das schönste an unserem Indonesienaufenthalt war definitiv der Flug von Lombok nach Kuala Lumpur. Wir sind über die Gili Inseln geflogen, an Bali und seinem ollen Vulkan Agung vorbei und einfach nur über ein wunderschönes Meer. Der Flug war wirklich traumhaft, wie aus dem Bilderbuch.

 

 

In Kuala Lumpur hingegen hatte es geschüttet wie aus Kübel und es war grau.

Weniger schön, aber wir wollten eh die eine Nacht am Flughafen bleiben und nicht raus gehen. Die Fahrerei wäre einfach zu lang gewesen. Und auch wenn es nur ein paar Euros sind für in die Stadt zu fahren und wieder zurück, es sind ein paar Euros die einfach nicht sein mussten.

Wir haben uns als erstes KfC gegönnt, einfach weil es in Malaysia echt gut schmeckt und von Nasi Goreng & Co. hatten wir so die Schnauze voll.
Dieser „Teppich“ wurde aus Reiskörnern angefertigt

Nach unserem kleinen Snack sind wir durch die Shoppingmall gebummelt und haben uns den Flughafen genauer angeschaut. Man kann in KLIA2 so viel machen. Aber Schlafplätze sind wirklich eine Fehlanzeige. Wir hatten bei der Ankunft damals das Capsule Hotel gesehen und das wollte ich die ganze Zeit schon mal ausprobieren. Aber diese Preise dort gehen nach Stunden und sind außerirdisch. Also haben wir es gelassen.

Die Zeit ging recht schnell rum. Blöd war nur, dass man das Gepäck nicht abgeben konnte, wir mussten bis drei Stunden vor Abflug warten. Oh man.

Wir haben in einer Spielecke ein paar Körbe geschmissen und andere Kinderspiele gespielt. Und das umgerechnet für ein paar Cent. Leider hatte die Anzeige nicht ganz funktioniert, aber eins steht fest: mein Freund und ich müssen das ganz dringend noch einmal wiederholen. Denn ich habe gefühlt mehr Körbe geworfen. 😀

Die Geschäfte machten nach und nach zu und für uns war es auch schon wieder Zeit, auf Futtersuche zu gehen. Dieses Mal Mc Donalds. Ja wir haben uns super gesund ernährt, die eine Nacht am Flughafen. Aber wisst ihr wie gut so ein Burger schmeckt, wenn man zweieinhalb Wochen gar kein Fleisch gegessen hat? Der Wahnsinn sag ich euch.

Dann kamen die letzten drei Stunden. Die haben sich gezogen wie Gummi. Wir waren müde und nirgends konnte man sich hinlegen oder hinsetzen. Alles war belegt. So toll der Flughafen KLIA 2 auch ist mit seiner Shoppingmall, den Restaurants etc., aber es mangelnd definitiv an Sitzplätzen.

Es war so weit und die eine Nacht am Flughafen neigte sich dem Ende zu. Wir durften endlich einchecken. Wir sind direkt durch die Sicherheitskontrolle in der Hoffnung, dass es dort Liegeplätze oder wenigstens mehr Sitzplätze gab. Fehlanzeige. Auch der Zeitvertreib war nicht drin, denn alle Geschäfte waren noch geschlossen.

Wir hatten aber dennoch mal wieder Glück gehabt, denn wir waren die ersten an unserem Gate und hatten immerhin Sitzplätze. Die letzten zwei Stunden. uiuiuiui. Wir waren so geschlaucht.

Als wir dann im Flieger nach Chiang Mai saßen dauerte es keine 5 Minuten und wir waren eingeschlafen.

Wir hatten es geschafft, die eine Nacht am Flughafen war endlich überstanden. Aber warum das alles? Wir hätten auch einen späteren Flug von Lombok nach Kuala Lumpur nehmen können und somit die Zeit etwas verkürzen. Aber AirAsia ist nicht gerade die zuverlässigste Airline und wir wollten ganz sicher nicht irgendwo an einem Mini Flughafen festsitzen. Außerdem hatte es uns nur Zeit gekostet und Energie. Viel Energie. Aber kein Geld. Wir werden eine ähnliche Situation wieder haben, wenn wir zurück nach Neuseeland fliegen, aber dieses Mal über den Tag und das ist dann wesentlich angenehmer.

Speedboat nach Gili

Der Tag war gekommen und wir sind mit dem Speedboat nach Gili gefahren.

Unser Frühstück gab es etwas früher. Zwischen 7 Uhr und halb 8 morgens sollten wir in Ubud abgeholt werden. Meine große Sorge waren die vielen Straßenhunde in Ubud. Ob diese morgens schon herumlungerten? Oder sogar vermehrt, weil es weniger Verkehr ist?

Vollgepackt mit schönen Sachen, die das Leben schöner machen – hinein ins in Paradies Feeling. Oder so ähnlich.

Bisher hatte ich nur gutes von den Gilis gehört. Und vor allem war man dort von dem Vulkan verschont.

Wir standen wirklich keine fünf Minuten draußen, da kamen schon die ersten Straßenhunde im Rudel auf uns zu. Just in dem Moment kam auch der Transferbus. Mein Gott war ich erleichtert.

Der Bus war voll bis obenhin und die Fahrt schien unendlich. Wir sind wieder einmal durch die Straßen und in weniger touristischen Gegenden. Ich dachte ich sehe nicht richtig. Anscheinend versuchten die Balinesen ihren Müll in den Touristenstädtchen doch etwas besser in den Griff zu bekommen. Es war so vollgemüllt. Ekelhaft.

Die Nebenstraßen Balis – wunderschön nicht wahr?

Wir kamen am Hafen endlich an. Es war voll. Es war chaotisch und es war ätzend. Kein Mensch wusste was zu tun ist. Kein Mensch wollte Auskunft geben und es war wie auch bei der Anreise. Ich habe dann per Zufall gesehen, dass man sich Sticker holen musste, um dann zur Fähre zu dürfen.

Da saßen tatsächlich Menschen im Sand – ignorieren sie ihre Umgebung?

Wir sind ganz schnell dorthin gelaufen. Zum Glück. Wir haben es wie die anderen gemacht und uns durchgequetscht. Zum Glück. Wir sind noch auf das Speedboat nach Gili gekommen. Zum Glück. All die anderen, die weniger schnell und weniger Glück hatten wie wir, durften mit einem Kutter fahren.

Das Speedboat nach Gili war voll bis oben hin. Das Gepäck wurde einfach nur in eine Kammer geschmissen. Fast zwei Stunden waren wir dort. Die Ankunft auf Gili Trawangang war dann noch mal eine Runde chaotischer.

Mein Freund hatte nicht so viel Glück wie ich. Ich bin schnell mit den ganzen Taschen nach vorne Richtung Ausgang gekommen. Dann musste man an Deck auf einem ganz schmalen Pfad entlang. Und ich mit den ganzen Taschen – na toll. Zum Glück hatte mich meine Balance nicht verlassen. Das Gepäck wurde wieder einmal einfach nur in den Sand geschmissen. Eine Menschenmenge davor. Aber nicht mit unserem. Mein Freund war noch immer an Bord. Ich hatte die schwere Tasche mit Laptop etc. Mein Rucksack kam und ich ließ ihn mir direkt aufziehen. Der Typ schaute mich nur verwundert an. Mein Freund immer noch an Bord. Sein Rucksack kam. Scheiß drauf, den zieh ich jetzt auch noch an. Ich hatte vermutlich 60kg Gepäck auf mir, um mir oder auch einfach nur noch an mir. Der kleine Zwerg Sandy war kaum noch zu sehen, aber unser Gepäck wurde nicht in den Sand geschmissen oder gar geklaut.

Mit dem Speedboat nach Gili
Mein Freund lachte nur als er mich sah. Es war ja auch überhaupt nicht heiß oder so.

Wir hatten uns für eine Unterkunft in der Nähe des Hafens entschieden. Zum einen, weil wir noch einige Ausflüge nach Gili Air und Gili Meno machen wollten und zum anderen weil es auf den Gili Inseln keine motorisierten Transportmittel gibt. Und mit Pferdekutschen fahre ich nicht. Nicht, wenn die Pferde unterernährt und gequält aussehen. Und das tun sie auf den Gilis ganz extrem.

In dem „Hotel“ angekommen wurde uns schon ganz anders. Aber wir wollten ohnehin mehr am Strand sein, als in dem Zimmer. Das Frühstück war inkludiert. Es gab einen Nachtmarkt um die Ecke und das Restaurant hat 24 geöffnet. Aber es sollte noch ein richtig böses Ende nehmen hier auf Gili Trawangan. Aber lest dazu mehr im nächsten Bericht.

Abzocke in Ubud

Wir waren ja quasi schon vorgewarnt, aber dann kam doch die große Abzocke in Ubud.

Als wir den Transfer buchten für auf die Gilis zu fahren, hatte uns die Besitzerin des Homestays auch angeboten einen Tagesausflug zu machen.

Für uns war klar: nach Bali möchten wir so schnell nicht mehr wieder kommen. Und wenn, dann nur für einen Strandurlaub nach Nusa Dua. Wir hatten mehr als genug.

Die Menschen schienen auf den ersten Blick sehr freundlich, aber die Situation mit dem Vulkanausbruch und die Tatsache, dass sie alles nur nett belächelnden, anstatt mit der Wahrheit raus zu kommen, hatte uns gar nicht gefallen.

Die abendlichen Zeremonien wurden immer länger und lauter und es schien aggressiver. Natürlich haben wir kein Wort verstanden, aber wir haben es gehört. Die Balinesen selbst hatten Angst vor einem möglichen Vulkanausbruch, nur wollten sie die Touristen und ihr Geld nicht verlieren. Das ist Fakt.

Wir sind also morgens mit einem privaten Fahrer zuerst zu den Reisterrassen gefahren. Das Wetter war sehr bescheiden, aber okay.

Die Tegalalang Reisterrassen sind eines der bekanntesten Sehenswürdigkeiten, neben den unzähligen Tempeln, in Bali. Natürlich konnte man auch hier wieder eine kleine Spende hinterlassen, wenn man Fotos machen wollte. Als ob. Ich mache schon Werbung genug, wenn ich es auf meinem Blog, auf Instagram und Facebook veröffentliche. Ich finde das mehr als frech. Ich könnte es noch verstehen, wenn wirklich was gemacht werden würde, aber so wie es dort aussah, wurde nie wieder etwas gemacht. Wie überall in Bali war auch hier alles sehr stark vermüllt.

Weiter ging es dann zu einer Plantage. Unter anderem für Zimt, Bananen und Kaffee. Und nicht irgendein Kaffee, es war der bekannte Indonesische Kaffee Luwak. Es gibt eine besondere Raubkatzen Rasse, die die Kaffeefrüchte frisst und fast wieder im Ganzen ausscheidet. Die Bohnen werden dann gründlich gewaschen, von der Hülse entfernt, geröstet und gemalen. Und tata man hat den angeblich Weltbesten Kaffee.

Luwak – der beste Kaffee der Welt und ratet mal, wem er so gar nicht gemundet hat. 🙁

Wir bekamen eine kostenlose Kaffee und Teeprobe, aber für den Luwak Kaffee mussten wir umgerechnet über 5 Euro zahlen. Auf Grund der Tatsache, dass wir Reisgebäck bekamen und auch die anderen Sorten gratis testen konnten, haben wir es als nicht soooo schlimm empfunden. Man „durfte“ noch durch den Shop gehen. Zum Glück hatten wir eine gute Entschuldigung, warum wir den Kaffee nicht kaufen würden. Wir haben einfach kein Platz in unserem Rucksack und ich glaube, die Neuseeländer sehen so etwas gar nicht gerne.

Holy Spring Tempel

Die Reise ging weiter zu einem Tempel. Der Eintritt umgerechnet 1€ pro Person. Also es ging. Mal wieder nicht so viel. Das gute war, dass man die Tücher zum umbinden kostenlos bekam. Zwar waren die auch nicht sauber, aber immerhin kostenlos. Natürlich konnte man auch hier wieder etwas spenden.

Die heilige Quelle. So hieß der Tempel und die Anlage war voll mit Touristen. Nein sie war überfüllt. Es war wirklich nicht schön. Überall gerangel und geschupse und ach es war uns zu viel.

Wir wollten nichts wie raus. Und was war. Man musste 10 Minuten durch einen Markt laufen, um zum Ausgang zu gelangen. Es war so nervig. „Miss Souvenir. Cheap cheap. Good price. one hundret.“.

Die Abzocke in Ubud war aber hier noch nicht am Höhepunkt angekommen.

Wieder einmal total genervt kamen wir ins Auto. Der nächste Stopp hätte der Elefanten Tempel sein sollen, aber wir haben dankend abgelehnt. Der Fahrer war aber nett und so ziemlich der einzige, der relativ normal auf die Frage nach dem Vulkanausbruch reagiert hatte. Der Agung Vulkan ist ein Heiliger Berg für die Balinesen. Denn auch dort ist nicht nur der größte Tempel, sondern auch DER Tempel schlechthin. Der aber nur für die Gläubigen ist und nicht für Touristen. Aha, deshalb also immer dieses blöde darüber hinweg lachen.

Unser nächster Halt waren die Tegenungan Wasserfälle. Es waren wieder nur 1€ Eintritt. Aber für sich Wasserfälle anzuschauen? Himmelarschundzwirn. Wir haben uns die schönsten Wasserfälle völlig umsonst in Neuseeland angeschaut. Einer schöner als der andere. Kaum eine Menschenseele. Und hier? Hier bezahlt man für ein verdrecktes Stück Land, das einem die Tränen in die Augen schießen bei so viel Müll, der in der Natur liegt. Ein Wasserfall an dem man nicht baden durfte  (und wir wären auch nicht einmal mit den Füßen an das Wasser so haben wir uns geekelt). Es war voll mit Menschen. Man hatte nur wenige Sekunden, um ein Bild zu machen, an dem keiner durchgelaufen ist.

Wir waren angeekelt, genervt und für uns war ab diesem Tag klar: nie wieder Ubud. Die Abzocke in Ubud war somit auf dem absoluten Höhepunkt.

Für was nutzen die Menschen dort den Eintritt? Weder für eine gescheite Müllentsorgung, noch für Instandhaltung. Es war ekelhaft. Und selbst jetzt, bin ich wieder wütend darüber, was der Natur hier angetan wird. Und wie sehr man die Touristen dort ausnutzt. Vor allem bekam man wirklich überall dort, wo viele Touristen sind diese Satay Spieße. Uns war nur schlecht. Den ganzen Tag.

Der Fahrer wollte uns noch ein paar Geschäfte zeigen, in denen wir Souvenirs kaufen konnten. Da wir aber noch immer das gleiche Problem hatten und uns die Geschäfte auch überhaupt nicht gefallen hatten, sind wir wieder einmal mit leeren Händen aus den Geschäften. Wir wollten nur noch zurück zum Homestay, unsere Sachen packen und Bali hinter uns lassen.

 

Ubud

Wieder einmal durften wir die Sachen packen und mit Wayan nach Ubud fahren.

Der Besitzer hatte uns ein weiteres Mal ein unschlagbares Angebot gemacht. Er hatte zwei andere Gäste zum Flughafen gefahren und war deshalb in der Nähe von Seminyak. Da man in Ubud wesentlich günstiger einkaufen kann, hatte er uns deshalb nach Ubud gefahren und somit drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Der Verkehr war die Hölle. Und wir dachten an einem Samstagmorgen sollte nicht so viel los sein. Falsch gedacht. Jeder schien nach Ubud zu wollen.

Wir sind zwar somit ein ganz schönes Stück näher an den Vulkan Agung gefahren, waren aber trotzdem weit genug weg und in Ubud auch in Sicherheit. Denn mittlerweile gab es auch Tsunami Warnungen durch ein heftiges Unterwasserbeben.

Na ganz toll. An Land nicht sicher vor Lava und am Wasser nicht sicher vor den Wellen. Jetzt wussten wir dann auch endlich warum es die ganze Zeit und überall nur rote Flagge war.

In Ubud angekommen mussten wir durch kleine Verwinkelte Gässchen laufen, um wieder einmal in einem Homestay anzukommen. Das Zimmer war groß und wir hatten einen Balkon.

Völlig ausgehungert sind wir dann auf Futtersuche. Es hatte uns in ein Veganes Restaurant getrieben. Der Preis war vollkommen in Ordnung und wir wollten es einmal ausprobieren. Da wir auf Grund des Hundefleisch Skandals in Bali ohnehin kein Fleisch in dieser Zeit gegessen haben und uns schon vollkommen Vegetarisch ernährt hatten, wollten wir auch Vegan testen.

Und was soll ich sagen? Es hat uns überhaupt nicht geschmeckt. Die ersten Happen waren ja noch okay, aber danach. Nein danke. Für uns bitte kein veganes Essen mehr.

Zum Glück war um die Ecke ein Supermarkt indem wir uns noch ein paar Kleinigkeiten gekauft hatten. Wir sind dann wieder zurück zum Homestay. In der Zwischenzeit hatte ich ganz viele Nachrichten bekommen, wie die Situation ist wegen dem Vulkanausbruch in Bali. Wie es uns geht und wann wir weiterreisen. Es war in der Tat noch immer so, dass die ganze Welt davon berichtete und wir nichts mitbekamen.

Es war aber auch so, dass die Balinesen selbst ganz schön seltsam auf die Fragen zum Agung Vulkanausbruch reagierten. Nie bekam man eine Konkrete Antwort. Als dann die Sicherheitsstufe auf die zweithöchste hoch gestuft wurde, wurde auch uns etwas mulmig.

Im Internet haben wir dann auch gelesen, dass sehr viele jetzt auf die Gilis und nach Lombok fahren. Das war ja auch unser Plan. Es hieß auch, dass die Boote überfüllt sind und man teilweise gar keine Tickets mehr bekommt. Also haben wir schleunigst angefangen unsere Weiterreise zu planen.

Denn eines war sicher, auf Bali wollten wir nicht stranden.

 

 

Seminyak

Ein letztes Mal gab es Bananapancakes in Pandawa Beach bevor es nach Seminyak ging.

Die Portionen schienen auch von Tag zu Tag größer zu werden, was uns einerseits gefreut, aber andererseits auch geärgert hat.

Die Straßen in Bali sind wirklich einzigartig. Bescheiden. Es gibt nur wenige Länder in denen ich nicht Autofahren würde, aber es scheint, dass die Liste auf dieser Reise länger werden würde. In Malaysia waren schon viele Roller unterwegs die links und rechts überholen – aber hier. Hier gibt es gar keine Verkehrsregeln mehr. Aus zwei Spuren machen sie einfach mal fünf Spuren. Und einfach mal warten ist auch nicht, es wird kreuz und quer gefahren, damit man ja selbst das erste Auto ist. Furchtbar egoistisch.

Nun ja, wir sind dann durch einige Staus gefahren und irgendwann in Seminyak angekommen. Da die Preise für die Unterkünfte in Bali nicht so teuer sind, haben wir uns dieses Mal für ein Hotel entschieden. Es war klein und schnuckelig und eigentlich sehr hübsch gemacht.

Wir sind dann in Richtung Strand und haben einen Spaziergang dort gemacht. Einfach nur die Seele baumeln lassen. Vitamin Sea genießen und so viel davon aufsaugen wie es geht.

Der Strand in Seminyak ist schon recht dunkel. Weiter südlich in Kuta ist er eher hell.

Irgendwann bekamen wir hunger und sind in Richtung Städtchen gegangen. Und die Preise dort waren für Indonesische Verhältnisse echt Außerirdisch. Also wurden es nur Instantnudeln – denn die hatten wir schon lange nicht mehr gegessen und uns hatte einfach nichts wirklich zugesagt. Landestypisch essen war hier eine Fehlanzeige.

Unterwegs haben wir dann aber noch ein ganz tolles Eis gegessen. Es wurde ganz frisch angerichtet und gerollt. Mit dem frischen Obst war das verdammt lecker.

Am Abend sind wir dann noch einmal zum Strand um den berüchtigten Sonnenuntergang zu sehen. Leider war es etwas bewölkt, aber die Stimmung war trotzdem unbeschreiblich schön.

Wir wollten ursprünglich noch nach Uluwatu und Tanah Lot. Aber uns haben bisher die vielen Touris echt überrumpelt und die ganzen Attraktionen sind teilweise gesperrt und teilweise schlecht bewertet. Also haben wir diese typischen Touriausflüge, Touriausflüge sein lassen und einen entspannten Abend gehabt. Soweit das ging. Denn der Vulkan auf Bali hatte uns in den deutschen und neuseeländischen Nachrichten doch etwas mehr zu denken gegeben. Noch immer hat man nichts davon auf Bali gehört oder gesehen und wenn man Einheimische daraufhin angesprochen hat, wurde es nur lächelnd abgewunken. Das kam uns nach dem zweiten Mal etwas seltsam vor.

Deshalb haben wir nur noch die Unterkunft für Ubud gebucht und danach sollte unsere Balireise auch schon zu Ende sein. Wesentlich früher als ursprünglich geplant, aber naja. Den Norden wollten wir nicht mehr machen und die Vulkantour konnten wir nicht mehr machen.

Nusa Dua

Uns hatte der Strand in Pandawa überhaupt nicht gefallen und deshalb sind wir nach Nusa Dua.

Der Besitzer des Homestays hat uns wirklich faire Fahrpreise angeboten. Einen Roller mieten kam für uns deshalb nicht in Frage. Es war bequemer, einfacher und günstiger für uns mit dem Auto gefahren zu werden.

Ursprünglich wollten wir nach Nusa Dua und nicht nach Pandawa. Aber die Unterkünfte dort waren fast doppelt so teuer. Heute wissen wir auch warum. Es ist mit Abstand die schönste Gegend in Bali.

Der Strand war weniger überlaufen, aber vor allem sauber. Aber auch hier war die rote Flagge.

Mittlerweile wurde ich mehrmals über Instagram und im whatsapp angeschrieben, wie denn die Situation mit dem Vulkan sei. Was ist mit dem Vulkan? Wir mussten erst einmal googeln. Denn mitbekommen haben wir auf Bali selbst überhaupt nichts.

Bis zur Nachbarinsel konnte man sehen

Der Tag in Nusa Dua war total schnell vorbei. Wie sollte es auch anders sein. Es hatte uns dort zum ersten Mal auf Bali gefallen.

Nusa Dua

Wir haben uns dann ausnahmsweise eine Pizza gegönnt und waren durch eine Shoppingmall geschlendert. Da wir in Pandawa keinen ATM hatten, wollte ich die Chance dort nutzen und Geld abheben.

Ich habe versucht 2 Millionen abzuheben. Und die Transaktion wurde nicht durchgeführt. Ich wurde panisch und habe zu meinem Freund gesagt, dass er bitte mitgucken soll. Also habe ich wieder versucht 2 Millionen abzuheben und wir bekamen wieder kein Geld. Ich bin durchgedreht. Ab in das Nachbar Geschäft habe ich mit Händen und Füßen versucht zu erklären, was passiert sei. Die Mädels lachten nur dumm, weil sie mich nicht verstanden.

Das ging mir total auf die Nerven. Die Menschen in Asien lächeln gerne…aber in manchen Situationen scheinen sie nicht zu verstehen, dass ihr lächeln Fehl am Platz ist und man es durchaus mal falsch verstehen könnte. Ich bin wieder raus und habe zwei Männer angesprochen. Einer fing erst mal an zu lachen. Boa! Ich musste mich wirklich beherrschen.

Zum Glück hatte ich noch vor der Abreise aus Neuseeland mir die ANZ App heruntergeladen und konnte jede Transaktion kontrollieren. Ich habe die App zwar nur sehr selten geöffnet und auch meist nur, wenn ich mir sicher war, dass das Internet okay ist, aber dieses Mal war es mir egal. Ich habe Bilder von dem Automaten gemacht, bin in das kostenlose Internet und habe nachgeschaut. Zum Glück nichts.

Also sind wir zum nächsten Geldautomaten und haben dann eben nur 1,5 Millionen abgehoben. Wir sprechen hier von Indonesischen Rupiah, also nicht sonderlich viel. Aber trotzdem.

Wieder einmal genervt von den Ereignissen in Bali wurden wir dann von Wayan abgeholt und sind ins Bett. Vorher hatten wir noch die Unterkunft für Seminyak gebucht und haben mit Wayan wieder einmal einen super Preis ausgehandelt, um dort hingebracht zu werden.

Der Tag in Nusa Dua war somit auch unvergesslich. Schön, aber mit einem mega Schrecken.

 

Pandawa Beach Bali

Der erste Stopp in Indonesien war Pandawa Beach Bali.

Wir haben uns für ein Homestay entschieden und das war auch wirklich nett. Wir konnten dort von morgens bis abends sehr günstig etwas zu Essen bestellen und in der Nähe sind auch zwei Supermärkte.

Banana Pancakes in Pandawa Beach Bali

Nach dem Frühstück haben wir uns fertig gemacht und sind in Richtung Strand. „Laufen? Sicher? Das sind locker 8 Minuten!“

8 Minuten vielleicht mit dem Auto oder dem Roller. Wir waren locker eine halbe Stunde unterwegs. Es gab natürlich keinen gescheiten Fußgängerweg und die Luft ist nicht nur heiß sondern auch sehr staubig.

Die Aussicht hat aber dann wieder alles gut gemacht. Wir mussten einen Berg hinutergehen, um an den Strand zu gelangen. Dementsprechend atemberaubend war die Aussicht. Das einzige was störte waren die unzähligen Touris. Deshalb sagte ich zu meinem Freund, dass wir später versuchen ein Bild zu machen… leider war später Ebbe – muss ich noch mehr sagen?

Also sind wir weiter Richtung Strand. Es gab Sonnenschirme und Liegen und man wurde ständig danach gefragt. Aber wir wollten keinen. Außerdem war rote Flagge. Na ganz toll. Mein Freund ist trotzdem ins Meer und kam aber relativ schnell wieder raus. Die Strömung war wohl sehr stark und es waren sehr viele Felsen unter Wasser, die man so nicht gesehen hatte.

Der Strandtag hatte sich dann nach ca. 2 Stunden erledigt. Ins Wasser konnte man nicht, der Strand war überfüllt mit Menschen, ständig wurde man angesprochen und wir waren genervt. Mal wieder. Ich wurde an diesem Tag zur „Miss Umbrella“ und mein Freund zum „Mister Beer“ gekürt. So ein bisschen englisch oder ein bisschen mehr englisch wäre gleich nur halb so nervig.

Wir haben die Heimreise angetreten und bergauf in der prallen Sonne haben wir uns dann noch ein bisschen mehr Zeit genommen. Unterwegs sind uns einige Straßenhunde entgegen gekommen. Noch harmlos.

Als wir an einem der Supermärkte vorbei kamen, haben wir uns ein Eis gegönnt. Fataler Fehler – wieder einmal. Ich hatte die Schnorchelausrüstung von meinem Freund und zum Glück die Flossen in der Hand. Nichts ahnend sind wir mit dem Eis 200m Richtung Homestay gelaufen. Denn weiter weg war der Supermarkt nicht. Die letzten hundert Meter ist uns einer der vielen, ausgehungerten Straßenhunde hinterher. Ich habe keine Angst vor Hunden, aber der sah seltsam aus. Ich hatte mit den Flossen geklatscht, in der Hoffnung, dass er weggehen würde. Fehlanzeige. Als ich mich dann wieder herumdrehte sah ich ihn nur auf meinen Freund zu rennen und nach ihm schnappen. Die Flosse traf ihn direkt auf der Schnauze und ganz bewusst auf der Nase. Mir hat es das Herz zerrissen, noch nie habe ich einen Hund derart geschlagen, aber bevor dieser meinen Freund gebissen hätte…

Der Hund ist uns zwar mit etwas mehr Abstand aber trotzdem noch hinterher. Bis wir im Homestay waren.

Ich hatte keine Lust mehr auf nichts. Offensichtlich waren die Straßenhunde hier nicht ganz so harmlos, der Strand war mir eindeutig zu voll, mein Freund konnte nicht ins Wasser. Also haben wir uns kurzer Hand einen Termin bei der Massage gemacht. 200 Meter in die andere Richtung.

Die ersten hundert Meter war alles in Ordnung. Plötzlich kam aus dem Gebüsch wieder dieser olle Streuner. Mein Freund blieb stehen – ganz blöd. Ich bin auf dem heißen Asphalt Barfuß gelaufen und habe die Flip Flops wieder zum klatschen genommen. Ich sagte meinem Freund, dass er schnell an dem Mistvieh vorbei sollte während ich ihn ablenke. Bis zum Eingang der Massage ist er uns gefolgt. Danach wurde er von dem Besitzer des Supermarktes schwer beschimpft und dann suchte er endlich das Weite.

Eineinhalb Stunden waren wir bei der Massage. Eine Stunde Massage und eine halbe Stunde Bodypeeling. Und es war so herrlich. Bis auf das Bodypeeling. Es fühlte sich eher an, also würde sie mir die Haut abziehen und das Peeling selbst hatte einen strengen Geruch nach Maggi und Curry.

Für die traditionelle Balinesische Massage mit Bodypeeling haben wir umgerechnet vielleicht 7€ pro Person gezahlt. Unglaublich aber wahr. Wenn wir diese Preise in Deutschland hätten, würde ich sicherlich einmal pro Woche auf einen Starbucks Coffee verzichten und dafür einmal mehr zur Massage gehen. 😀

Was wir jedoch vergessen hatten war die Zeit. Draußen war es schon dunkel und plötzlich kam uns der Hund wieder in den Sinn. Ich glaube so schnell waren wir noch nie gelaufen und viele Rollerfahren waren auch erstaunt, dass sie noch jemand auf der Straße gesehen haben. Es ist zum Glück nichts passiert. Wir haben in der Unterkunft noch etwas gegessen, haben uns noch einmal versucht den Curry gestand abzuduschen und sind nach einem weiteren anstrengende Tag in Pandawa Beach Bali ins Bett gefallen.

Raus aus der Ordnung und rein ins Chaos

Der Tag war gekommen und wir mussten Raus aus der Ordnung und rein ins Chaos.

Wir sind mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Flughafen. Das ist echt super einfach und super günstig in Singapore. Und ich würde auch behaupten die schnellste Variante. Nicht unbedingt die bequemste. Denn die Züge sind kontinuierlich brechend voll, obwohl sie alle 2 Minuten fahren.

Changi Airport ist mit Abstand der beste Flughafen, an dem ich jemals abgeflogen bin – natürlich neben Frankfurt 😛

Wir hatten absolut keine Probleme gehabt. Wir haben wie immer unser Gepäck vorher gewogen, umgepackt, haben dann unsere Bordkarten am Self-Check-In Automaten drucken lassen und auch unsere Bagtags. Da wir mit Air Asia fliegen haben wir uns für den billigsten Anbieter entschieden und Null Service.

Unser erster Flug mit dem Asean Air Pass. Ich werde hierzu einen weiteren Bericht zu Airpässen verfassen. Aber zunächst kommen die eigentlichen Länderberichte.

Wir haben an einem Automaten das Gepäck aufs Band, eingescanned und tschüss lieber Rucksack. Eine Dame stand noch dabei uns hätte uns helfen können, aber es hatte alles super funktioniert.

Gut gestärkt sind wir dann durch die Passkontrolle und hinein in den schönsten Shoppingflughafen. So tolle Geschäfte und wirklich gute Preise. Aber wir wollten uns ja nicht wieder vollstopfen, also sind wir hart geblieben.

Wer einen längeren Aufenthalt hat, ja der kann sich auch in die Liegen legen und schlafen. Oder er läuft durch die verschiedenen Grünanlagen und und und. Langweilig wird es in Changi sicherlich nicht.

An jedem Gate ist eine Sicherheitskontrolle. Das geht mega schnell, keine unnötigen schlangen und ach es war alles super. Wir haben dann nur noch unsere Wasserflaschen aufgefüllt und dann wurde auch schon geboarded.

Der Flug war super und alles war perfekt. Raus aus der Ordnung und rein ins Chaos. Jap und jetzt kommt der Chaos Teil.

Wir sind aus dem Flieger raus – Außenposition. Ein Bus kam, die ersten Passagiere sind rein. Wir standen in der prallen Sonne und mussten auf einen anderen Bus warten. locker 15 Minuten. Unglaublich. Dann kamen wir in einer Halle an und man hat überhaupt nicht verstanden, wo welche Reihe eigentlich ist und für wen diese ist. Egal, es sah überall gleich viel aus, wir stellen uns in der Mitte an.

Eine Stunde später haben wir viele an uns vorbei gehen sehen und es war in der Tat so, dass unsere Schlange einfach nicht schneller voran kam. Nach eineinhalb Stunden sind wir dann in eine andere gewechselt und dann hatte es noch eine halbe Stunde gedauert, bis wir durch waren. Also so etwas habe ich noch nicht erlebt. Obwohl die Schlange unendlich weiter ging und immer mehr Leute ankamen, haben manche Mitarbeiter einfach den Schalter zu gemacht und Feierabend gemacht. Ersatz oder Schichtwechsel schien ein Fremdwort.

Selten war ich so genervt wie bei dieser Ankunft. Der Beamte hatte mich noch nicht einmal angeschaut.

Das Gepäck wurde schon vom Band geholt, denn es hatte alles zu lange gedauert. Bei manchen wurde das Gepäck aufgebrochen. Anscheinend war das aber bei uns zu kompliziert, weil wir ein Travelcover um die Rucksäcke drum haben. Zum Glück!

Draußen angekommen sah man nur eine Menschenmasse die einem zuschrie „TAXI – MISS TAXI – SHEEP SHEEP“ Also ich wurde zur Miss Taxi gewählt oder wie? Oder eher zum Schaf? Oder sollte das ein günstiges Taxi sein? 😀

Am Geldautomaten hatte uns dann eine Deutsche angesprochen, wie das mit den Taxipreisen so wäre und weil wir ungefähr unsere Strecke kannten und ihr unseren Preis sagten, wusste sie in etwa, wie weit sie runter handeln müsste. Ja nicht nur wir sind unvorbereitet mal irgendwo angekommen.

Mittlerweile war es spät und wir waren mal wieder hundemüde. Der Fahrer war aber sehr nett und hatte sich total gefreut, dass wir gerne die Musik anhaben wollten.

Es war schon fast dunkel als wir im Homestay angekommen sind. Zum Glück konnten wir aber dort auch noch etwas essen. Denn auf Erkundungstour wollten wir nicht mehr. Raus aus der Ordnung und rein ins Chaos, das trifft es für die Reise von Singapore nach Bali wirklich am Besten.