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Eine Nacht am Flughafen

Der Tag war endlich gekommen und wir konnten Lombok hinter uns lassen.

Es war der erste Tag an dem das Essen drin blieb und ich keine Krämpfe mehr hatte. Iberogast und die Matschbananas haben ihre Arbeit geleistet. Dazu gab es immer noch den künstlichen Orangensaft mit Salz gemischt. Ich war so glücklich. Ich hatte wirklich Angst vor dem Flug und der Tatsache, dass es mir so schlecht ging.

Wir wurden früh morgens am Hotel abgeholt. Ein letztes Frühstück, ein letztes Mal Bananapancakes in Indonesien. Halleluja. Aber wir hatten eine Nacht am Flughafen zu überstehen.

Das schönste an unserem Indonesienaufenthalt war definitiv der Flug von Lombok nach Kuala Lumpur. Wir sind über die Gili Inseln geflogen, an Bali und seinem ollen Vulkan Agung vorbei und einfach nur über ein wunderschönes Meer. Der Flug war wirklich traumhaft, wie aus dem Bilderbuch.

 

 

In Kuala Lumpur hingegen hatte es geschüttet wie aus Kübel und es war grau.

Weniger schön, aber wir wollten eh die eine Nacht am Flughafen bleiben und nicht raus gehen. Die Fahrerei wäre einfach zu lang gewesen. Und auch wenn es nur ein paar Euros sind für in die Stadt zu fahren und wieder zurück, es sind ein paar Euros die einfach nicht sein mussten.

Wir haben uns als erstes KfC gegönnt, einfach weil es in Malaysia echt gut schmeckt und von Nasi Goreng & Co. hatten wir so die Schnauze voll.
Dieser „Teppich“ wurde aus Reiskörnern angefertigt

Nach unserem kleinen Snack sind wir durch die Shoppingmall gebummelt und haben uns den Flughafen genauer angeschaut. Man kann in KLIA2 so viel machen. Aber Schlafplätze sind wirklich eine Fehlanzeige. Wir hatten bei der Ankunft damals das Capsule Hotel gesehen und das wollte ich die ganze Zeit schon mal ausprobieren. Aber diese Preise dort gehen nach Stunden und sind außerirdisch. Also haben wir es gelassen.

Die Zeit ging recht schnell rum. Blöd war nur, dass man das Gepäck nicht abgeben konnte, wir mussten bis drei Stunden vor Abflug warten. Oh man.

Wir haben in einer Spielecke ein paar Körbe geschmissen und andere Kinderspiele gespielt. Und das umgerechnet für ein paar Cent. Leider hatte die Anzeige nicht ganz funktioniert, aber eins steht fest: mein Freund und ich müssen das ganz dringend noch einmal wiederholen. Denn ich habe gefühlt mehr Körbe geworfen. 😀

Die Geschäfte machten nach und nach zu und für uns war es auch schon wieder Zeit, auf Futtersuche zu gehen. Dieses Mal Mc Donalds. Ja wir haben uns super gesund ernährt, die eine Nacht am Flughafen. Aber wisst ihr wie gut so ein Burger schmeckt, wenn man zweieinhalb Wochen gar kein Fleisch gegessen hat? Der Wahnsinn sag ich euch.

Dann kamen die letzten drei Stunden. Die haben sich gezogen wie Gummi. Wir waren müde und nirgends konnte man sich hinlegen oder hinsetzen. Alles war belegt. So toll der Flughafen KLIA 2 auch ist mit seiner Shoppingmall, den Restaurants etc., aber es mangelnd definitiv an Sitzplätzen.

Es war so weit und die eine Nacht am Flughafen neigte sich dem Ende zu. Wir durften endlich einchecken. Wir sind direkt durch die Sicherheitskontrolle in der Hoffnung, dass es dort Liegeplätze oder wenigstens mehr Sitzplätze gab. Fehlanzeige. Auch der Zeitvertreib war nicht drin, denn alle Geschäfte waren noch geschlossen.

Wir hatten aber dennoch mal wieder Glück gehabt, denn wir waren die ersten an unserem Gate und hatten immerhin Sitzplätze. Die letzten zwei Stunden. uiuiuiui. Wir waren so geschlaucht.

Als wir dann im Flieger nach Chiang Mai saßen dauerte es keine 5 Minuten und wir waren eingeschlafen.

Wir hatten es geschafft, die eine Nacht am Flughafen war endlich überstanden. Aber warum das alles? Wir hätten auch einen späteren Flug von Lombok nach Kuala Lumpur nehmen können und somit die Zeit etwas verkürzen. Aber AirAsia ist nicht gerade die zuverlässigste Airline und wir wollten ganz sicher nicht irgendwo an einem Mini Flughafen festsitzen. Außerdem hatte es uns nur Zeit gekostet und Energie. Viel Energie. Aber kein Geld. Wir werden eine ähnliche Situation wieder haben, wenn wir zurück nach Neuseeland fliegen, aber dieses Mal über den Tag und das ist dann wesentlich angenehmer.

Schlimm, schlimmer Lombok!

Schlimm, schlimmer Lombok!

Das trifft es absolut auf den Punkt. Lombok ist für uns eindeutig die Insel der Superlative. Und garantiert nicht im positiven Sinne. Ich kann auch verstehen, wenn andere Lombok als das Inselparadies sehen, aber sicherlich nicht, wenn sie so viel schlechtes dort erlebt hätten, wie wir.

Es hatte alles damit angefangen, dass ich eine Lebensmittelvergiftung auf den Gilis mir zugezogen hatte. Natürlich schreit der Körper nicht sofort: Lebensmittelvergiftung. Es hatte alles mit der Allergie des Jahrhunderts angefangen. Ich war regelrecht ein Riesen Streuselkuchen.

Wir sind früh morgens aus dem „Hotel“ und zum Hafen. Die Tante an dem Schalter unfreundlich wie die Wutz. Aber, drauf gepfiffen, wir reisen ja eh ab. Die Touris die abreisen, die kann man ja schlecht behandeln. Es kam ein Boot an oder so. Ich sagte noch zu meinem Freund, dass wir damit sicherlich fahren werden. Er lachte und sagte nur „hoffentlich nicht“. Und was denkt ihr, wer recht hatte?

Wir mussten durch das Wasser und ins Boot klettern. Und das mit einem Rucksack und Handgepäck. Aber wir haben es geschafft. Einen richtigen Einstieg sucht man hier vergebens.

Wir haben zum Glück sogar noch einen Sitzplatz bekommen, andere durften stehen. Oh man. Die Überfahrt dauerte nicht lange.

Dann kamen wir an. Wie immer unzählige Menschen die einen anschreien, um ihr Angebot los zu werden für einen Transfer. Einer half mir vom Boot. Das Wasser war dreckig und ich war gar nicht happy. Der Typ, der mir vom Boot half, wollte, dass wir auf eine Pferdekutsche steigen. NO WAY! Nicht mit mir. Ich habe so lange hin und her diskutiert und trotzdem wollte er uns fahren. Aber als ich dann sagte, dass ich für diese Kutschfahrt kein Geld zahle, hatte er uns endlich in Ruhe gelassen. Weil eines ist ganz sicher „NO MONEY“ versteht kurioserweise jeder.

Also war ich wieder total genervt. Voller Allergie. Die Nerven blank. Ich wollte nur noch zu unserem gebuchten Transfer und ins Hotel. Mir ging es richtig schlecht. Ich hatte das Gefühl innerlich zu vertrocknen. Wir kamen dann am Café Lombok an und ein Typ hatte meinem Freund etwas ganz hektisch erzählt und ihn gebeten Platz zu nehmen. Er nahm das Ticket und auf einmal war er weg. Oh man, nicht schon wieder. Das waren meine Gedanken. Ich fragte dort die Kellnerinnen, ob sie den Mann kannten. Diese blöden Kühe haben nur dumm gelacht.

Also habe ich mich wieder hingesetzt. Mein Freund hatte Wasser geholt und mir wurde richtig übel. Die Allergie juckte wie verrückt.

Nach 15 Minuten ohne diesen Typen zu sehen, wollte ich die Mädels noch einmal fragen. Da kam aus dem hintersten Eckchen ein anderer Typ der mich direkt anfauchte. Mein Nerven waren blank und ich lasse mich von niemandem derart angehen. Kurzum wurde ich des Cafés verwiesen. Ich habe gekocht vor Wut. Aber ich wurde mir dessen bewusst, dass ich nur eine unter vielen bin und ganz sicher war die Polizei hier sehr korrupt. Und eines war sicher, ins Gefängnis wollte ich hier nicht.

Weil aber der kleine Mann mit einer Frau wie mir so gar nicht zurecht kam, musste er in sein Auto. Und als ich mit dem Typen, der mit unseren Tickets abgehauen war, gesprochen hatte, musste der andere seinen Motor voll aufdrehen und „drohte“ mich umzufahren. Angst hatte ich keine, weil ich wusste, dass dieses Würstchen einem eigentlich nur leid tun kann. Aber dafür verschwende ich keine Zeit. Der andere ist auch voll ausgerastet und wollte mich nicht mehr mitnehmen. Ich stand da und habe gekocht vor Wut, mit 30kg Gepäck auf dem Rücken, die Allergie hatte gejuckt und gebrannt wie Feuer, aber ich bin ruhig geblieben.

Zum Glück kam dann ein weiterer Mitarbeiter der mich ins Café Lombok bat. Keine hundert Zebras hätten mich da mehr rein bekommen, ich versuchte ihm zu erklären was passierte und er hatte dafür Verständnis. Wow! Ein Mensch auf Lombok, der Verständnis dafür hat? Der einem zuhört? Und der letzten Endes die Sache noch geklärt hatte? Vielen Dank. Ich habe noch Hoffnung, dass dieses Stückchen Erde vielleicht doch noch ganz gut werden könnte.

Er sagte mir dann freundlich, dass ich als Frau nicht so viel sagen dürfte auf Lombok. Bitte was???

Dieses ganze Theater war nur, weil ich als Frau etwas gesagt habe? Und das im Jahr 2017??? Oh verfluchte *PIEP* ihr könnt euch nicht vorstellen wie geladen ich war!

Schlimm, schlimmer Lombok! Aber sollte das schon das Ende der Superlative sein? Nein natürlich nicht.

Wir wurden dann in die Nähe des Hotels gefahren. Zugegeben, er wäre dort mit dem Minivan nicht hingekommen. Die Unterkunft, für die wir uns entschieden hatte lag mitten im nirgendwo. Umgeben von Müll. So eine Gegend würden wir in Deutschland Gosse schimpfen.

Das Hotel war komplett ummauert und man musste klingeln, um überhaupt hinein zu kommen. Was ein Glück.

Das Zimmer war groß und sauber. Der Polobereich war sehr einladend. Das Frühstück wurde dort zubereitet und Abendessen konnte man sich liefern lassen. Mein Freund hatte mir Hausarrest für den Tag erteilt. Aus Angst ich könnte doch noch in den Knast wandern. Weil ich als Frau meinen Mund auf mache. Pff.

Ich habe den Sonnenuntergang also wieder nur vom Hotel aus gesehen. Aber das war auch okay.

Am nächsten Tag ging die Allergie durch Lotion und Tabletten zurück, aber die Krämpfe und schmerzen ließen einfach nicht nach. Wir sind zum Supermarkt in den Ort. So schnell waren wir noch nie „einkaufen“ und wieder zurück. Wir hatten uns tatsächlich über den Dreck und die Umweltverschmutzung auf Bali geärgert? HAHAHA, wir sind auf der Indonesischen Insel der Superlative, hier sind die Leute nicht nur extrem falsch, extrem unfreundlich oder haben extreme Minderwertigkeitskomplexe, nein hier geht man noch extremer mit der Umwelt um. Man ist extrem egoistisch hier. Mülltonnen für was? Umweltschutz für was? Wir leben im hier und jetzt und das soll nicht mein Problem sein. So kommt mir die Denkweise vor.

Die Kühe, Ziegen und Hühnchen standen auf Müllweiden und haben gefressen. Die versifften und kranken Straßenhunde ebenfalls.

Kann mir bitte jemand erklären, wie man so etwas für gut empfinden kann? Machen andere Menschen an dieser Stelle einfach die Augen zu und ignorieren alles? Nein es tut mir leid, aber nach Lombok kriegt mich niemand mehr.

Für uns hatten sich der Sonnenuntergang und auch die pinken Strände erledigt. Wir haben das Hotel  bis zum Abflugtag gebucht und nicht mehr verlassen. Außer eben um zum Flughafen zu kommen.

In der selbigen Nacht noch ging es mir richtig schlecht. Ich hatte zum Glück in meiner Reiseapotheke Iberogast dabei.

Zum Frühstück hatte ich mir nur noch normale Pancakes bestellt und mir eine Banane zerdrückt. Abends zum Essen habe ich nur noch Pommes oder Knoblauchbrot gegessen. Ich dachte zuerst dass ich wieder eine Glutenallergie bekommen hatte, wegen dem ganzen Stress. Aber nachdem der Pancake mir nichts getan hatte, wusste ich, dass es die Lebensmittelvergiftung war.

Die genaue Ursache wissen wir nicht, aber es muss auf den Gilis passiert sein. So viel steht fest.

Schlimm, schlimmer Lombok! Für uns war es mit Abstand der schlimmste Stopp auf unsrer Reise bisher. Das Essen war eklig, die Umgebung war widerlich nur zum Glück war die Unterkunft gut gewesen. Wir waren aber mit dieser Unterkunft auch etwas über Budget.

Ich möchte an dieser Stelle nur eine Sache gerne klarstellen:

Ich bin eine ehrlich Haut und ich werde mich für nichts und niemandem auf der Welt verbiegen. Und auch wenn es dem ein oder anderen nicht gefällt, wir haben Indonesien so empfunden und daran lässt sich nichts rütteln. Ich hoffe, dass ihr dafür Verständnis habt, dass ich auf meinem Blog mit der knallharten Wahrheit heraus rücke. Ich bin weder eine Umweltaktivistin noch wurde ich für diese Reisen bezahlt. Aber ich bin ein Mensch mit einem gesunden Verstand und ich lebe und teile mir den Planeten Erde mit vielen Lebewesen, nicht nur Menschen. Vielleicht lebe ich auch etwas bewusster als andere, wieder andere leben noch bewusster als ich. Das streite ich nicht ab. Vielleicht haben auch andere wirklich diese Müllberge in Indonesien nicht so wahr genommen oder als derart störend empfunden, wie ich es habe. Das mag auch sein. Mich hat es ganz extrem gestört und deshalb hoffe ich, dass meine persönliche Meinung und meine persönliche Entscheidung mir nicht verübelt wird.

Es ist auch im Leben einer Miss Sandy nicht immer alles nur Friede, Freude Eierkuchen.